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Tour de Fesch – Edition 2018

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Die Tour de Fesch 2018 – ein Abenteuer in drei Akten.

Akt 1: Vorfreude

Start und Ziel waren klar. Wie schon 2017 geht es von Wien nach Villach, aus Gründen von schöner Strecke, gutem Wetter im Süden und leicht erreichbarer Zugverbindung für die Rückreise. So dachten wir zumindest. Aber alles der Reihe nach. Was ist denn diese Tour de Fesch eigentlich? Die Trikoterie Tour de Fesch ist: eine mehrtägige Gruppenausfahrt mit bekannten und unbekannten Gesichtern, ein gemeinsames Abenteuer mit dem einen oder anderen Bier am Ende eines langen Tages, ein „open call“ an alle Radler und -innen die Lust auf etwas mit ungewissem Ausgang haben. Die Trikoterie Tour de Fesch ist nicht: ein Etappenrennen, das möglichst schnell ohne Rücksicht auf Verluste zu absolvieren ist. Es gibt kein Begleitfahrzeug, keine Teilnahmegebühr, kein „Ich fahr vorne weg und ihr seids mir Wurscht“. Die Tour de Fesch ist keine Veranstaltung für Über-Ehrgeizler, no offense 🙂 Wir fahren gemeinsam, der Letzte (aka ich, Philipp von Trikoterie) gibt das Tempo vor. Unser einziges Ziel ist es, vor Küchenschluss in der nächsten Herberge anzukommen.

2017 haben wir die Strecke in 2 Tagen absolviert, aber eher die Variante direttissima. Sprich Wien – Semmering – Mürztal – owe – Villach – finito. Heuer sollte es, mit 3 Fahr-Tagen, etwas besonderes werden und somit war schnell klar: viel Panorama, ergo viele Höhenmeter. Und endlich diese Nockalmstraße mitnehmen. Also fiel die Wahl auf Wien – Mariazell – Nationalpark Gehäuse – Admont – Ennstal – Sölkpass – Murau – Nockalmstraße – Villach. 460km, knapp 10.000 Höhenmeter. Bam.

 



Schnell die Strecke ins Instagram gepusht um noch ein paar Teilnehmer_innen zu finden, und siehe da – am Ende waren wir eine kleine, aber feine Runde aus drei bekannten und zwei unbekannten Gesichtern, die am Ende der Tour gar nicht mehr so unbekannt waren. Eines war von Anfang an so klar wie das Ziel der Reise: die Notwendigkeit, das Gepäck aufs absolute Minimum zu reduzieren. #packlighttravelfar ist nicht nur ein Hashtag, das Gewicht macht sich eindeutig bemerkbar im Verlauf von drei langen Tagen im Sattel. Somit haben wir alle auf unsere jeweilige Art und Weise „reduce to the max“ gespielt – mein erprobtes und für gut befundenes System mit einer Satteltasche (danke an dieser Stelle nochmal an Hrn. Michi Knoll fürs Ausborgen <3) wurde heuer um einen Foodbag am Lenker erweitert, um Handy und Akut-Nahrung immer parat zu haben.

Drei Trikots, eine Bib, Regenjacke, Gilet, Brille, Helm, Socken, was leichtes zum Umziehen, Futter, Gadgets, Licht, Werkzeug, Schlauch, und die Speedo für den Sprung ins kühlende Nass als optimistisch gedachtes Zusatzgewicht. That’s it. Gesamt-Mehrgewicht am Bike: real wahrscheinlich 5 Kilo, mit 150km in den Beinen den Sölkpass hinauf gefühlte 30 Kilo.

Summa summarum, wir waren gut vorbereitet: Route ausgefuchst – check. Teilnehmer_innen g’stellt – check. Räder präpariert – check. Herbergen gebucht – check. Was konnte da noch schiefgehen? Gar nicht so viel wie man glauben könnte…

Akt 2: Durchhalten

Long story short: Ein Schwimmkurs wäre wohl die beste Vorbereitung gewesen. Treffpunkt an Tag 1 um 8:30 bei Schloss Schönbrunn, alle da, Foto geschossen, los gehts. Die Wettervorhersage war naja, aber nicht grausam schlecht. Oh boy. Raus aus Wien, Richtung Westen, in Purkersdorf fängt es zu regnen an. Egal, Kopf runter, weiter gehts. Kompakt hintereinander fahren ist erstmal nicht mehr, der Spray vom Hinterrad des Vordermanns oder der Vorderfrau machts dann doch zu grausig. So zieht sich unser bunter Haufen über den Kleinen Semmering weiter Richtung Mariazell – aber irgendwo dazwischen wird es einfach zu viel, Platzregen, panische Suche nach einem Unterstand. Baum? Reicht nicht mehr. Ah, da sind ein paar Häuser – mal probieren. „Dürfen wir uns kurz bei Ihnen unterstellen?“ Fehlanzeige. Also ab in den verlassenen Pferdestall, etwas gruslig, aber trocken. Nur leider sehr sehr kalt – bis auf einmal eine nette Lady auftaucht, die uns die Infrarot-Pferdeheizung aufdreht….herrlich! Wärmen, Sachen trocknen, ein Paradies! Nach 1 1/2 Stunden Rast müssen wir aber doch schauen, dass wir wieder Kilometer machen – also gehts im immer noch knackigen Regen weiter Richtung Kalte Kuchl, wo wir uns mit einem unerwarteten dreigängigen Mittagsmenü stärken. Und man glaubt es kaum, obwohl wir nicht alle aufgegessen haben, hat es in der Zwischenzeit aufgetrocknet! So geht es weiter über den wunderschönen Ochssattel und einen letzten, nach 120km doch grauslichen Anstieg nach Mariazell. Endlich heiß duschen, essen und früh ins Bett.

Tag 2 beginnt mit einer Niederlage. Es regnet. Again. Egal, wir müssen los. Klatschnass bahnen wir uns den Weg Richtung Nationalpark Gesäuse, wo es langsam aber doch trockener wird – eeeeendlich! Wir genießen die kaum befahrenen Straßen und wagen sogar den einen oder anderen Blick gen Himmel, wo zarte Sonnenstrahlen sich den Weg durch die dichte Wolkendecke bahnen. Nächster Halt: Admont. Von der zarten Sonne angetrocknet gönnen wir uns einen Eiskaffee und Elisabeth entscheidet sich, mit dem Zug von Liezen nach Murau zu fahren – der Sölkpass klingt zu bedrohlich. Wir lassen uns nicht beirren – weil wir noch nicht wissen, was auf uns zukommt…So geht es mit Sonne und guten Mutes bis ans Ende des Ennstals – und zum Anfang der Sölkpass-Straße, die genau an diesem Samstag zum ersten Mal nach langen Reparaturarbeiten geöffnet hat. Sanft ansteigend geht es bergauf, mit diversen laut hinausgesungenen Ohrwürmern („The Power of Love“ anyone?) radeln wir frohen Mutes unserer finalen Challenge des Tages entgegen. Und auf einmal geht es los. Serpentinen. Schlechte Straße. Unnachgiebig bis zum Schluss. Wir fluchen. Essen alles was wir finden können. Es wird kalt. Waden brennen, Finger werden klamm. Nach einer gefühlten Stundenlangen Auffahrt – auf der wir mutterseelenallein unterwegs sind – endlich am Gipfel. Was für eine Wand. Für ein Gipfel-Selfie ist es empfindlich zu kalt, im Schutz der kleinen Kapelle werden sämtliche Schichten übergeworfen und wir stürzen uns in die Abfahrt Richtung Murau, Richtung Hotel, Richtung Schnitzel, Richtung Bett. Der erste 200er der Saison hat heuer ordentlich weh getan.

Tag 3 beginnt mit einem bedauerlichen Ausfall – Olly hat Knieschmerzen und fährt mit Elisabeth die Rad/Bahn-Kombi-Variante, somit bleiben drei tapfere Gesellen für die Nockalmstraße. Der Wettergott scheint uns zum ersten Mal gnädig zu sein – trotz müden Beinen ist die Stimmung gut, wir cruisen Richtung Predlitz, Thomatal, Innerkrems. Schon die erste Auffahrt nach Innerkrems verlangt uns alles ab – aber das Bergpanorama entschädigt für alles. Wer die Nockalmstraße kennt, weiß wovon ich schreibe – Gipfel 1, Abfahrt, Gipfel 2, Abfahrt. Ein Traum! Und hier hat auch die Gnade des Wettergottes ein Ende – in Bad Kleinkirchheim, 30km vor dem Ziel “derklatscht” es uns also doch noch. Wäre ja fast schade gewesen wenn nicht…Zug Abfahrt in Villach um 17:14, pünktlich um 17:10 steht Team 1 am Bahnsteig. Done!

Akt 3: Ausklang

Team 2 hat noch ein paar faule Tage in Kärnten angehängt und sitzt erst am Mittwoch im Zug. Gedanken kreisen, Eindrücke verarbeiten. Gut, das Wetter war leider nicht auf unserer Seite, abgesehen davon war es traumhaft. Abenteuerlich. Wunderschön. Mein Entschluss, die Tour de Fesch 2019 nicht mehr zu organisieren, wird sofort verworfen. Es gibt noch viel zu entdecken! Schon arg, als ich vor mittlerweile 4 Jahren zum ersten Mal auf einem Rennrad gesessen bin wäre so etwas für mich unvorstellbar gewesen. Auch sonst fahre ich seltenst zwei aufeinander folgende Tage Rad. Und ja, es tut weh. Tag 2 war noch vergleichsweise aushaltbar, aber an Tag 3 fragt man sich schon die meiste Zeit was zur Hölle man da eigentlich macht. Der Respekt für alle Long-Distance-Rennen wächst. Transcontinental, Three Peaks and the likes – wie soll das gehen? Aber reizvoll wäre es auf jeden Fall. Zwei Wochen danach beginne ich wieder „auf normal“ zu fahren, da merkt man schon, dass der Körper außerordentlich belastet wurde. Aber der Reiz, die Lust nach Abenteuer ist einfach stärker – und somit bleibt nur eine Frage: wohin geht es 2019, und wer kommt aller mit?

[:en]Sorry, this article is only available in German: https://www.trikoterie.at/english-tour-de-fesch-edition-2018/[:]

[:de]Tour de Fesch 2018 – So schaut’s aus![:]

[:de]Es ist wieder soweit – die Tour de Fesch wartet auf uns!

Auch heuer starten wir wieder das gemeinsame Abenteuer Wien-Villach. Same procedure as last year: Alle bringen ihr Gepäck selbst mit (Satteltasche, Rucksack, whatever makes you happy), wir fahren mit gemütlichem Pace in der Gruppe. Damit den Wiederholungstätern nicht langweilig wird, haben wir heuer die Strecke leicht verschärft und die letztes Jahr ausgelassene Nockalmstraße auch mit ins Programm genommen. Aber dazu später. Zuerst die Hard Facts:

  • Was? Tour de Fesch ist eine gemeinsame Ausfahrt über drei Tage, kein Rennen. Wir leiden gemeinsam, aber haben auch Spaß gemeinsam. Der langsamste Teilnehmer (aka ich) bestimmt das Tempo, auf jedem Berg wird zusammengewartet. No offense, die Tour de Fesch ist nix für Über-Ehrgeizler 🙂
  • Wann? Wir starten am 6.7. in Wien, geplanter Treffpunkt 08:30 am Wiental-Radweg Höhe Schloss Schönbrunn. Riding Days: 6., 7. und 8. Juli. Ankunft in Villach am 8.7. nachmittags. Danach individuelle Heimreise (Villach-Wien per Zug bietet sich an) oder gleich Urlaub am Ossiacher See anhängen.
  • Wie? In drei Tagesetappen. Tag 1 Wien – Mariazell. Tag 2 Mariazell – Sölktal. Tag 3 Sölktal – Villach. Pro Tag sind das plusminus 150km, mit den meisten Höhenmetern an Tag 3, sonst wärs ja langweilig. Übernachtungen in rad-freundlichen Pensionen unterwegs. Wir machen ausreichend Verpflegungs-Stops, je nach Bedarf wird beim Billa oder dem Wirten eingekehrt.
  • Womit? Trikoterie-Trikots sind Pflicht. Nein, im Ernst, wir freuen uns über jedes unserer Trikots das mitfährt, aber es ist natürlich kein Must-Have. Teilnehmer_innen bekommen ab der Anmeldung 10% Discount und nette Kombipreise auf alle Einkäufe bei uns.

 

Dabei? Einfach ein Mail an office@trikoterie.at schicken und los geht’s. Mitfahren kostet nichts außer gute Laune, Schweiß und Verpflegung/Unterkunft.

 

Die Strecke. Tadaaaa – hier ist sie: wir starten heuer Richtung Westen, übers schöne Mariazeller Land, Nationalpark Gesäuse, Liezen/Ennstal, Sölktal und Sölkpass und dann mit der Möglichkeit für eine Abkürzung über die Nockalmstraße Richtung Feldkirchen. Die letzten km gehts mit letzter Kraft bergab Richtung Villach.

Link zu Strava: https://www.strava.com/routes/12863882

 

Die Strecke ist zu 90% fix, wir nehmen aber sehr gerne Feedback entgegen falls einzelne Teile optimierbar sind, wir fahren die Strecke zum ersten Mal 🙂

Wir freuen uns schon sehr auf das heurige Abenteuer – Mitte Juni wird es ein Get-Together mit allen Teilnehmer_innen geben um die Details zu klären. Stay tuned!

Disclaimer:

  1. die Tour de Fesch ist keine “organisierte Radreise”, sondern eine gemeinsame Ausfahrt mit bekannten und unbekannten Gesichtern. Alle Teilnehmenden handeln auf eigene Gefahr, es gibt kein Begleitfahrzeug und keine Extra-Versicherung. Dafür ist die Teilnahme auch gratis, nur Übernachtung/Verpflegung sind individuell vor Ort zu zahlen, und das eine oder andere Bier fürs Team Trinkoterie.
  2. Wir sind freundliche, hilfsbereite Leute und erwarten das auch von unseren Mitfahrer_innen. Wir unterstützen uns gegenseitig und nützen die Vorteile einer Gruppenfahrt: Windschatten geben, vorne abwechseln, motivierende Worte falls jemand mal einen Hänger hat. Wir richten uns immer nach dem Langsamsten, da gibt es keine Ausnahmen. Es geht ums gemeinsame ankommen, nicht ums schnelle finishen – letztes Jahr hatten wir einen Schnitt von knapp 24km/h bei weit weniger Höhenmetern. Just for Info 🙂
  3. Es gilt natürlich die StVO. Rennrad/Crosser mit Straßenreifen, Helm, Ersatzteile/Schläuche, Licht vorne/hinten, Verpflegung etc sind Voraussetzung.
  4. Es wird unterwegs hin und wieder fotografiert und/oder gefilmt werden. Alle Teilnehmer_innen erklären sich damit einverstanden, dass Fotos und Videos von ihnen auf der Website und den diversen Social Media Kanälen von Trikoterie veröffentlicht werden. Wenn du gerne mit einer guten Kamera mitfährst und selber Fotos machst, freuen wir uns sehr!
  5. Am allerwichtigsten: Spaß haben, Motivation mitbringen und immer Lächeln 🙂

 

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[:de]Malle ist nur einmal im Jahr![:]

[:de]Es ist also wieder soweit. Mallorca ruft. Was für nicht rad-affine Leute nach Saufen, Saufen und Saufen klingt, ist für die Rennradler-Fraktion eine der Traumdestinationen Europas. Weil: dramatische Straßen, ideales Wetter in der Off-Season und perfekte Infrastruktur.

2016 gab es einen ersten Versuch eines Trainigslagers auf Mallorca. Damals noch als Randerscheinung eines Sauf-Urlaubs (ja, auch Team Trinkoterie ist fleißig) konnten wir eine erste Vorahnung dessen erschnuppern, was Malle abseits von Schinkenstraße und Magaluf zu bieten hat. Damals musste eine Sa Calobra-Runde und ein Ausflug nach Cap Formentor reichen, aber es war klar, dass man hier nochmal herkommen wird. Mit weniger Sangria und mehr Höhenmetern. Das Hotel in Port Pollenca war auf Anhieb ein Glückstreffer, Lage ideal, Rad-Verleih direkt in der Anlage mit feinem Canyon-Gerät. Darauf konnte man aufbauen.

2017 also dann der erste echte Trainingsausflug. Zeitlich gesehen für Hitzköpfe wie mich  besser gewählt, Anfang Oktober mit rund 25 Grad entspricht mir definitiv mehr als Ende Mai mit gefühltem Backofen rundum. Wieder in Port Pollenca eingecheckt, Räder ausgefasst und 4 Tage Trainingsregime: Aufstehen, Frühstück, Radfahren, ein schnelles Bier, Abendessen, ein paar langsame Bier, Schlafen. Rinse & repeat.

Die Trikoterie-Familie on the road

 
Tag 1: Zum Aufwärmen gleich mal Sa Calobra. The one and only. Zurecht eine der “10 Roads you have to ride as a cyclist”-Strecken, ohne wenn und aber. 9,4km, durchschnittlich 7,4% Steigung, eine Stichstraße vom Berg runter in eine Bucht, zuerst abfahren, dann alles wieder retour. Beginnend mit der berühmten 270°-Krawattenknopf-Kurve windet sich die Straße den Berg hinab, mit anfangs steilen Serpentinen, die sich immer mehr im Wald verlieren, bis sich am Fuße der Straße der Blick zur Bucht öffnet. Und dann das ganze retour wieder hinauf.

Sa Calobra – immer wieder ein Genuss

 
Ein Traum – wäre da nicht der Verkehr. Kolonnen von Bussen schieben sich träge bergab und bergauf, und wehe es begegnen sich zwei Busse in einer engen Kurve, dann heißts ganz schnell Stillstand. Kleiner Wermutstropfen, tut dem eindrucksvollen Erlebnis aber keinen Abbruch.

Tag 2: die Königsetappe. Nach dem Eingrooven wartet am zweiten Tag die Königsetappe unseres Ausflugs, gleich drei Gipfel werden einkassiert: Orient, Soller, Puig Major. Während Nummer eins und zwei den mittelmäßig Berg-erfahreren Wiener Flachland-Fahrer noch nicht erschaudern lassen, kann es Nummer drei gleich so richtig. 6,2% durchschnittliche Steigung wären per se ja nicht das Problem, aber das Ganze auf 14km ist halt dann doch nicht nix, vor allem wenn man schon zwei Bergaln in den Beinen hat. Die Psyche ist vor allem gefragt, man zwingt sich nicht ständig auf den Garmin zu starren und die verbleibenden Kilometer fassungslos zu zählen.

Col de Soller zum Aufwärmen

 
Aber nachdem man den Tunnel am höchsten Punkt der Straße durchfahren hat, weiß man warum man sich das antut – traumhaftes Panorama, traumhafte Straßen rund um den Stausee Gorg Blau und allgmeine Erleichterung, die einen fast vergessen lässt, dass man hier nahe militärischem Sperrgebiet unterwegs ist.

Tag 3: Reverse it. Nachdem wir die Tankstelle am Col de Sa Batalla (7,9km, durchschnittlich 5%) schon wie gefühlt hunderte andere RadfahrerInnen auch als Snack-Station liebgewonnen hatten, beschlossen wir sie noch einmal von der anderen Seite her anzufahren. Den Col de Femenia erreichen wir über schöne Nebenstraßen von Pollenca, erfreulich wenig Verkehr und eine Gruppe sich gegenseitig anfeurnder Engländer am Rad machen die doch auch 7,7km mit knapp 6% Steigung zum Vergnügen. Nach einem kurzen Abstecher zum Kloster in Lluc gehts über ein paar Wellen auch schon wieder retour – obwohl die Beine schon müde sind, legen wir noch einen kleinen Umweg durch die Sumpflandschaft hinter Alcudia ein.

Tag 4: Einmal mit Aussicht, bitte. Der Klassiker steht am Programm: Cap Formentor. Auch beim zweiten Mal fahren kriegt man den Mund kaum zu vor Staunen über die Schönheit der Küstenstraße. Gleich nach Port Pollenca geht es mit dem kleinen Anstieg zum Col de la Creueta (3,7km, 5%) bergauf, der erste tolle Blicke aufs Meer offenbart. Spätestens nach dem kurzen Flachstück im Landesinneren bekommt man den Mund aber nicht mehr zu: mal links, mal rechts öffnen sich dramatische Blicke auf schroffe Felsküsten und ein unglaublich blaues Meer. Einmal Augen zu und durch den kurzen Tunnel, dann durch die anstehenden Auto-Kolonnen gekämpft und schon ist man am Leuchtturm von Formentor angekommen.

What a view!

 
Retour genießen wir die Aussicht nochmal, nehmen durch den Tunnel nochmal allen Mut zusammen und gönnen uns abschließend ein Club Sandwich bei Tolo’s in Port Pollenca – wo Räder und Jerseys von Team Sky uns daran erinnern, dass wir doch eher zu den langsamen Gästen dieser Rennrad-verrückten Insel gehören.

“Mallorcas perfect roads”. So stands am Cover vom Cycling Magazine, das in einem der vielen Rad-Cafés auflag, in denen wir uns unterwegs mit Kuchen und Cortado versorgt haben – und das triffts auf den Punkt. Die Straßen auf Mallorca sind einfach perfekt. Aussicht, Belag, respektvolle andere Verkehrsteilnehmer, immer freundlich grüßende MitradlerInnen – nicht einmal der Gedanke daran, dass daheim der grantige Herbst und somit das endgültige Ende der kurz/kurz-Saison wartet, vermag die Stimmung zu trüben. Wie heißts beim großen Lyriker Johnny Däpp? “Alles egal, ich will Malle zurück” – wir sehen uns 2018!

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[:de]Tour de Fesch – Edition 2017[:]

[:de]Mach ma eine Radltour? Mehrtägig? – Fix. – Auf gmiadlich, mit ein paar Leuten. – Supa. – Von Wien an den Ossiacher See. – Klingt gut. – In 2 Tagen. – Äh? – Über die Nock. – Wie? – Supa, mach ma.


5 machen sich auf den Weg

So in etwa hat die Tour de Fesch ihren Anfang genommen. Wem jetzt die Einordnung fehlt: Von Wien an den Ossiacher See sinds ganz grob geschätzt mindestens 350km, wenn man eine relativ direkte Route wählt. Den Semmering muss man in irgendeiner Form besiegen, da sammelt man die ersten Höhenmeter, danach kann man wählen, wohin die Reise geht. Man kann direkt über Friesach und an Hirt vorbei über St. Veit / Glan radeln. Man kann über Murau und die Turracherhöhe radeln. Man kann über Kleinkrems und die Nockalmstraße radeln, die wirklich wunderwunderschön ist. Aber halt auch eine Hochalpenstraße.



Aber man muss auf jeden Fall mal losfahren, und das geht so: Man packt seine 7 Sachen, sehr viel mehr als das sollte es nicht sein, irgendwo knapp bei 9 Sachen ist das Limit, man packt diese Sachen entweder in eine Satteltasche (Apidura, oder Blackburn, oder Topeak, oder Porcelain Rocket, das ist aber eher was für iPhone X – KäuferInnen), oder auf einen Rucksack (ich sag an dieser Stelle: Des is nix, aber bitte sagt es nicht den anderen), überprüft, ob das Gefährt der Wahl in technisch einwandfreiem Zustand ist (ich war wie immer mim Crosser, mit wie ich im Nachhinein festhalten möchte viel zu breiten Reifen, die anderen sind mit den Rennhobeln unterwegs) und scheißt drauf, dass gerade so ziemlich die heißeste Woche seit es Temperaturen gibt über Österreich hereinbricht.

Man radelt Richtung Süden raus aus der Stadt, auf der Suche nach dem Triestingtal-Radweg, den man nach einigen Navigationsschwierigkeiten (“Hast du net die Tour draufgspeichert?”) und ein paar Ausflügen auf Schotter (da habe ich mim Crosser noch glacht) findet und beginnt, ein wenig Meter zu machen, denn die Pace ist am Anfang wirklich nicht gut. Soll ja auch gemütlich sein, das ganze, nöm? Dabei sind wir 5 gar nicht mal so langsam unterwegs (also, ich schon, weil Hitze und Wampe und Beininsuffizienz und diverse andere Mängel es nicht anders zulassen), aber die Gruppe bleibt eine Gruppe und hilft. Das Problem sind die Pausen, denn gefühlt sind beide Bidons alle 15 Meter leer und schreien nach Billa.


Der Anfang vom Semmering

Bei manchen führt das zu ersten Unkerufen, die aber schnell verstummen, weil wir erstens dann doch nach ein paar Stunden in den Semmering reinfahren und ich zweitens an diesem Zeitpunkt den Anschluss an die Gruppe verliere, weil bergauf fahrt jeder sein Tempo und mein Tempo ist kein Tempo. Die fehlenden Trainingskilometer in dem Jahr (ich würde schätzen, so ca. 5000km mehr hätte ich schon machen können) machen sich bezahlt, der Körper dankt mir für die Idee, in dem er sich in einen Generalkrampf verabschiedet. Da können nicht mal die Magnesiumampullen helfen, die ich seit der Südgrenze von Wien regelmäßig in mich hineinleere.

Macht nichts, irgendwann ist der Semmering aus, oder zumindest glaub ich das, die anderen warten schon auf mich. “Michi, fahr am besten gleich weiter, schau, dasst im Rhythmus bleibst, wir sind noch nicht ganz oben.” Ich bleibe stehen und frage nach der Bedeutung von Rhythmus, die anderen lachen, ich lache, ich krieg einen weiteren Krampf, wir fahren weiter. Auf dem tatsächlichen Gupf muss dann zum Glück jemand anderer austreten, das hilft mir, mich zu sammeln, ich habe Gusto auf ein Bier (nicht zum ersten Mal, der Triestingtal-Radweg und die Wegerln in Richtung Semmering sind gesäumt mit schönen Pausenmöglichkeiten), aber wir sind zeitlich in Verzug und müssen Gas geben. Zum Glück gehts bergab, dementsprechend freudig reagieren wir alle auf das Fahrkommando.

Semmering gegessen, jetzt gehts flach raus

Wenn man die Abfahrt Richtung Mürzzuschlag nicht kennt: Ist supa. Ist lang. Ist schnell. Ist genau so, wie man sichs wünscht. Uns kommen Rennradler mit Fahrradtaschen entgegen, nach dem sechsten oder siebten schießt uns dann ein, dass gerade das Transcontinental unterwegs sind, diese Teufel ca. 1 Woche in den Beinen haben und gerade aus Belgien kommen und deswegen ihr Tempo schon voll ok ist.

Nach Mürzzuschlag gehts dann lange Zeit recht flach raus, das Murtal eröffnet sich und ist ein schöner Anblick, es gibt nur ein Problem: Mein Tank ist leer. Und bleibt leer, egal, was ich in ihn hineinschaufle. Ich werde regelmäßig vom Vordermann angehalten, die Lücke, die ich aufreisse, wieder zu schließen und es klappt eh auch, vor allem, weil die Vordermänner sich an meine Pace anpassen, aber irgendwann stelle ich fest: Des is nix. Geschlagen lasse ich sie ziehen, sage, dass ich in Bruck in den Zug steige und wir uns Judenburg sehen, beim Quartier. Bierstopp für mich, die anderen geben wieder Gas, schließlich ist eine zünftige Wetterfront angekündigt, in die wir genau hineinfahren.

In den Zug steige ich schließlich in Kapfenberg, meine Beine haben mich laut Strava 153,8km und 1.431 Höhenmeter weit gebracht, aber es fühlt sich wie eine Niederlage an. Es ist die längste Distanz, die ich an einem Tag gefahren bin, der Verstand sagt, es war sehr heiß und man muss auch wissen, wann es gut ist, aber naja. Das Bierchen im Zug schmeckt trotzdem. Nicht. Es gibt nämlich kein Bier. Weder am Bahnhof, noch im Zug. Katastrophe.


Kaiserwetter

Katastrophal ist auch das Wetter, es beginnt wie angekündigt zu schütten. Die Anderen sind noch fleißig unterwegs, haben zu diesem Zeitpunkt noch ca. 40 Kilometer vor sich, die aber zu 100% im Nassen. Sie haben Glück im Unglück, das Gewitter, das schließlich auch in der Nacht weiterwütet, sorgt für einige Zerstörung im Murtal.


Hilfreiche Nachrichten

Als Vorhut checke ich das Quartier, setze mich zum Eissalon gegenüber vom Hotel, höre ein Album von Eros Ramazotti (ich weiß ehrlicherweise nicht, welches, das Gute!), trinke Gösser und warte ca. 2 Stunden auf die Ankunft der Helden. Tag 1 ist auch für sie fertig, ca. 220km und 1550 Höhenmeter sind die geradelt, nass, müde, aber sehr, sehr glücklich. Es folgt ein festes Abendessen, flüssige Elektrolyte, ein Hoppala mit einer kleinen Zimmerüberflutung und ein Legwarmer, der statt zu trocken fliegen lernt.


Tag 1 der Tour de Fesch ist gegessen


Das Dachfenster zumachen du musst wenn es regnet

Tag 2, gemma!


Kaiserwetter Teil 2

Tag 2 startet mit besserem, aber immer noch mittelmäßigem Wetter. Es nieselt leicht, die Temperatur gibt nicht wirklich Gas, Teile der Gesellschaft haben sogar das Jackerl bzw. Westerl an. Das Frühstück schleppt sich ein wenig, der Kopf ist schwerer als erwartet, aber körperlich gehts uns gut. Ab auf 2 Räder und raus auf den Murtalradweg.





Kaiserwetter und seine Auswirkungen

Dieser ist sehr, sehr idyllisch, aber man braucht sehr lange, bis man ins Fahren kommt. Ständig dreht er, mal ist die Oberflächenbeschaffenheit nicht besonders rennradfreundlich, mal muss man die Zugstrecke queren und man überwindet überraschend viele Höhenmeter, weil man ständig rauf und runter fährt. Nicht so meins, und ich spüre, dass sich meine Beine nur unzureichend vom Vortag erholt haben. Schnell steht bei mir fest, dass ich nicht die Nockalmstraße fahren werde, aber das haben zu diesem Zeitpunkt die anderen auch schon abgehakt, aber ich weiß im Gegensatz zu ihnen auch, dass mich die Turracherhöhe nicht als Gast empfangen wird. Mein Plan lautet nämlich: Direkt nach St. Veit, Zug zum Ossiacher See und die Gruppe mit der besten Finisher-Pasta ihres Lebens empfange, mein Prachtkörper kommt nämlich nicht von allein, der wird erkocht.


Auf der Suche nach dem nächsten Maci

Dieser Plan hat auch den Vorteil, dass ich eine Route, die ich recht häufig mit dem Auto fahre auch mit dem Fahrrad und somit neu erschließe.


Bis Scheifling sind wir also noch gemeinsam unterwegs, am Murtalweg, dort biege ich dann ab Richtung Süden und fetze über Friesach Richtung St. Veit. Fetzen ist natürlich übertrieben, erstens muss ich mich noch über einen Sattel drüberquälen (den werde ich im Auto fahrend nicht mehr auslachen), ich mache auch einige Pausen (in Friesach, Burgen, sehr schön, in Neumarkt, eher aus nostalgischen Gründen, in Hirt, weil Brauerei, weil Bierdurst), und komme schließlich am vermeintlichen Ziel an. Aber: Es gibt keine Zugverbindung. Und da bin ich dann doch einigermaßen verdutzt. Ich sondiere meine Optionen, erwäge einen kurzen Heulkrampf, aber beschließe dann doch, die ca. 40 Kilometer doch noch zu schaffen. Alternative gibt es ja eh keine.

Die anderen sind zu diesem Zeitpunkt schon im Anstieg auf die Turracherhöhe, wir machen quasi ein Wettrennen, das unfair ist, weil sie ja viel fitter sind, als ich, aber das auch unfair ist, weil ich ja quasi flach und noch dazu kürzer fahren muss. Ich hoffe drauf, dass wir uns bei ihrer Abfahrt von der Höhe treffen, aber geht sich nicht aus.





Stellst ma das Radl schräg hi? SCHRÄG!

Am Zielort angekommen kaufe ich ein, für die Pasta, und Elektrolyte, und koche und warte. Über Whatsapp werde ich am Laufenden gehalten, werde informiert, dass die Auffahrt zur Höhe eine ziemliche Sau ist, die sich überhaupt nur sehr widerspenstig besiegen lässt, dass sich die Auffahrt wegen der Aussicht net auszahlt, dass es die Möglichkeit einer Zirbeneinkehr gäbe, aber dass die Abfahrt dafür sehr nice ist und die Zirbeneinkehr deswegen keine gute Idee ist. Die letzten Meter hin zum Ziel sind wie für mich nochmal ein Erlebnis, eine 24% Rampe stellt sich kurz zwischen die feschen Helden und Bier/Pasta, aber auch sie sind am Ziel. Bei ihnen stehen 149,3km und 1.904 Höhenmeter am Tacho, bei der Fraktion Kette Links 128,4km und 1.323 Höhenmeter. Das Abtauchen im Ossiacher See ist einfach nur sehr, sehr, sehr schön. Und die Pasta schmeckt.

Das, was zusammenfasst

Resume? Geil wars. Mit der Zeit keimt Stolz auf, bissl über 300km in 2 Tagen ist für einen Blob wie mich net nix, vor allem bei den Temperaturen. Es tun einem viele Stellen des Körpers weh, Handschuhe mit Polster, ein guter Sattel und so weiter ist enorm wichtig, das Training im Vorfeld auch, dann machts einfach noch mehr Spaß. Wenn man weiß, dass man quasi exklusiv auf Asphalt fährt, braucht man keine 38er-Reifen, Gels, Magnesium, Bananen und sonstiges Zeug ist essentiell und was wirklich wichtig ist: Jedes Klump, das man zu viel einpackt, spürt man enorm. Es ist wirklich wichtig, sich die Wetterprognose anzuschauen, auf bissl Komfort zu verzichten und sich aufs Nötigste zu reduzieren.

Ich kann Satteltaschen wärmstens empfehlen, den Rücken freizuhaben ist einfach Gold wert, und die Größe der Taschen beschränkt auch die Möglichkeiten, Unnötiges einzupacken. Vorne am Lenker sollte man meiner Ansicht nach auch ein kleines Tascherl haben, für Gels oder für eine Kamera oder fürs Handy fürs Navigieren, das stellt sich auch als praktisch heraus.


Die Belohnung

Eine 2-Tages-Tour dieser Länge ist natürlich noch nicht vergleichbar mit einer Mehrtages-Tour oder einem mehrwöchigen Monster, man kommt aber schon in einen anderen Flow, als wenn man einfach nur eine Ausfahrt macht. Die nächste Tour de Fesch ist quasi schon geplant und wir laden euch herzlichst dazu ein, mit uns mitzufahren, man lernt viel über sich selbst, man sammelt wunderschöne Erfahrungen und zumindest ich sitze genau deswegen so oft wie möglich am Rad.

Zweite Meinung (Philipp):

Wie wars? Ja, wie war die Tour de Fesch denn als “Ich bins ganz gefahren”-Fahrer? Nicht so schlimm eigentlich. Nachdem die Übernachtung in Judenburg noch geplant wurde als Mittelpunkt der Route inklusive Nock, war Tag 1 im Endeffekt wesentlich länger als Tag 2, da es ja “nur” die Variante Turracher Höhe wurde. Hat aber auch gereicht für einen ersten Versuch dieses Formats, da von uns eigentlich niemand Erfahrung mit vergleichbaren mehrtägigen Ausfahrten hatte.

Wie kams dazu? Inspiriert wurde das Ganze ursprünglich von Oliver Toman von Singi Cycling, der leider schlussendlich nicht dabei war. Das TeilnehmerInnen-Feld hat sich überhaupt zwischendurch ziemlich reduziert, von den anfänglich 11 Zusagen blieben 5 fesche Buama über, die sich aber alle schon vorab kannten, was sicher kein Nachteil war beim gegenseitig unterstützen und Mut zureden.

Was haben wir gelernt? In einer leiwanden Gruppe geht (fast) alles. Massiven Respekt an alle, die ein solches Unterfangen alleine starten. Weniger einpacken, die Hälfte allen Zeugs daheim lassen. Weniger Pausen machen, mehr am Rad essen, dafür Abends mehr Zeit zum Runterkommen haben. Das letzte Bier aus dem Automaten im Hotel nicht trinken. Ja, ich weiß, ich wollte keines teilen 😛

Machen wirs nochmal? Yes, definitiv wird es 2018 eine Neuauflage der Tour de Fesch geben. Wann und wohin ist noch nicht fix, eventuell zum gleichen Ziel über andere Wege. Oder nach Italien. Oder nach Tirol. Oder jemand hat eine ganz andere Idee. Wir halten euch am Laufenden![:]

[:de]The Slovakia Experiment 2017 – Reverse[:]

[:de]Experimente kann man wiederholen, auch wenn sie schon beim ersten Mal gelingen. Das Slovakia Experiment 2017 ist meine zweite Teilnahme an diesem (Nicht)Rennen (Leute treffen sich und fahren zufällig die selbe Strecke entlang…), das ist ein kurzer Bericht.


Der Fahrradhaufen bei der Anreise.

Während es bisher meistens von Wien nach Bratislava ging, also bergab in Richtung gutem und günstigen Bier, wurde die Strecke dieses Mal umgedreht. Wegen der Abwechslung warats.

Normalerweise werde ich beim Wort bergauf nervös, aber es sind ja nur ca. 10 Höhenmeter über die ganze Strecke verteilt und im Gegensatz zu letztem Jahr, wo die Beinchen bei Hof bei der biestigen, kurzen Rampe schon ziemlich ausgelaugt waren, kommt die Auffahrt diesmal relativ früh.

Am Sonntag in der Früh gehts mit dem Zug gen Osten, das Partyvolk hat bereits die Nacht in Partyslava verbracht, was man 2, 3 TeilnehmerInnen ein wenig ansieht.


Die Streckenbeschreibung. Klingt doch gut.

Treffpunkt ist im Stadtzentrum in Slowatch, ein hervorragend sortiertes, kleines Geschäft mit feschen Anziehsachen. Es gibt ein echtes Frühstück, man kann sich unter anderem auch mit Jameson versorgen (gegen die Kälte) und die Mehlspeisen liefern Energie für die Fahrt.


Teile des Startfelds. Gleich gehts los.

Nach der Registrierung und kurzen Willkommensworten von Gernot vom Citybiker gehts dann endlich los. Frühstück und plaudern sind nett, aber wir sind ja wegen dem Radeln da und kühl ists auch.

Die Fixiefahrer setzen von Anfang an eine solide Pace, manche habens eilig. Schnell ist das Feld der geschätzt 80 Radelnden mehrere Hundert Meter lang und ich verliere meine Frau. Ups.

Beim ersten Checkpoint bei einer Burg nördlich von Bratislava ist das Feld schon ordentlich zerpflückt. Wieder vereint radeln wir zu zweit den Radweg entlang, während die Vorderleute auf der Straße bleiben. Unser Weg ist zwar kürzer, aber jede Wurzel lässt uns froh sein, dass wir diesmal mit Crossern unterwegs sind. Die paar Kilometer bis zur Chuck-Norris-Brücke (ja, wirklich) sind kein Hochgenuss. So mancher hat einen technischen Defekt und schnell wird klar, dass die ganz Schnellen einige Zeit Vorsprung haben werden. Egal.


Achtung! Bergwertung!

Über der Grenze gehts dann bei wirklich feinem Wetter und prächtigstem Rückenwind über Hof hinein in den Marchfeldkanal. Der richtig lustige Abschnitt der Ausfahrt beginnt. In der Beschreibung des Slovakia Experiments steht, dass man mit einem Fixie- oder Singlespeed durchkommt (das stimmt), auf Facebook kommen dann aber schon die Tipps, dass man in Sachen Reifen vielleicht nicht unbedingt auf die Asphaltschneider setzen sollte, wenn man denn kann. Auf den ersten Metern vom Marchfeldkanal wird klar, warum.


Zwischendurch gibts auch Asphalt.

Die Wochen vorher war es gut kalt, der Boden entsprechend durchgefroren. Jetzt blinzelt die Sonne drauf und auch die Durchschnittstemperaturen steigen, das verwandelt Teile des Kanals in eine ordentliche Gatschpartie. Das muss man mögen (ich zum Beispiel mag es sehr, bin aber auch mit Challenge Strada Biance in Größe 36 unterwegs), wie es manch andere mit ihren Slicks schaffen ist mir ein Rätsel. Es kommt leider auch zu Stürzen, an manchen Stellen sind die Lichtverhältnisse so eigenartig, dass man nicht genau erkennt, ob man auf Gatsch, Matsch, Eis oder Schnee unterwegs ist, erst der Kontakt des Vorderrads mit dem jeweiligen Untergrund verschafft Klarheit und in manchen Fall sorgt dieser Kontakt für eine genauere Erkundung des Bodens. Aus der Nähe nämlich.


Spoiler: Man wurde bissl gatschig.

Aber es geht dahin, die Freue ist groß, die Fahrt entlang des Marchfeldkanals im Gegensatz zum elendig faden Hubertusdamm ein großes Vergnügen, weil man ziemlich direkt in der Natur unterwegs ist. Einzig in Sachen Ausblick spielts jetzt nicht die großen Stückeln, das Marchfeld ist halt flach und man hat keine Gelegenheit, die Ebene von Oben zu erfassen.


Napoleon gibt Kraft fürs letzte Stück.

Auf dem letzten Teilstück des Marchfeldkanals zünde ich als Napoleon einen Jameson und im Anschluss den Turbo, verliere ein zweites Mal meine Frau und habe deswegen beim letzten Checkpoint auf der guten, alten gelben Brücke Zeit, um über die Ausfahrt zu reflektieren. Und stelle fest: Das hat richtig, richtig viel Spaß gemacht.


Letzter Checkpoint. Man kennt sie, die gelbe Brücke.

Dass im WerkzeugH, dem Zielpunkt des Rennens, Suppe, Bier und Gesellschaft passen, ist dann das Tüpfelchen auf dem I. Danke fürs Organisieren, wir sehen uns nächstes Jahr wieder!


Ex Aequo als 8. Team im Ziel. Geht scho.

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[:de]Fesch fahren im Schnee[:]

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“Gemma mit den Mountainbikes in die Lobau?” – “Wieso in die Lobau?” – “Na, es liegt Schnee.” – “Mountainbikes gehören auf den Berg.” – “Aber…” – “Mountainbikes gehören auf den Berg.” – “Na gut.”


Nicht schirch, der Wienerwald

Und ab geht die Fahrt.

Keine 30 Minuten vom Wiener Stadtzentrum entfernt, egal ob mit der U-Bahn (es ist Winter) oder auf dem Rad findet man in den östlichen Ausläufern des Wienerwalds ein wahres Wunderwerk an feinen Trails. Von gmiadlich bis ziemlich tough, sowohl bergauf als auch bergab gibts hier einige Kilometer zu entdecken und ist sehr schnell in der Natur. Feinerweise werden die offiziellen Kilometer an Mountainbikestrecken auch immer weiter ausgebaut, das macht die Freude natürlich umso größer.


“Michi, kannst du bitte länger als eine halbe Sekunde den Trail Stop machen?” Kann er nicht…

Wir machen uns von Hütteldorf aus auf den Weg Richtung Schottenfeld und Sophienalpe, einer sitzt auf einem Kona Tanuki Deluxe (All Mountain FTW!), der andere auf einem Yeti Dirtjumper. Der auf dem Dirtjumper erklärt sich schon am Vortag, wieso er wahrscheinlich nicht so schnell sein wird können, weil die Sitzposition, und das Gewicht, und so weiter. Und natürlich gibt er bergauf gleich einmal die Pace vor, weil er halt wirklich bikefit ist und der andere dick.

Technische Vorteile setzen sich dann nur an manchen Stellen durch, die meiste Zeit habe ich den Dirtjumper schön vor mir herumfahren, während mein Puls aus den Ohren herauskommt. Zum Glück gibts ab und an Pausen, entweder weil wir uns wegen des Wegs beraten (im Schnee schaut der Wald halt anders aus als im Sommer), wegen Änderungen an der Adjustierung (schnell stellen wir beide fest, dass es auch eine Schicht weniger getan hätte) und wegen kleiner Modifikationen an den Fahrgeräten (erst spät stellen wir fest, dass am Dirtjumper viel zu viel Luft in den Reifen ist, nach dem Absenken des Luftdrucks ist mein Wettbewerbsvorteil endgültig dahin…). Blöderweise beschlägt meine Brille, bergauf kein großer Stress (fahr ma halt ohne, sieht die unscharfe Umgebung gleich noch magischer aus), bergab ists interessanterweise auch egal, die Durchschnittsgeschwindigkeit im Schnee ist signifikant geringer als im halbwegs trockenen, das geht sich auch verschwommen gut aus.

Nach verrichteter Auffahrt gehts über die Schottenfeldstrecke Richtung Riedlerhütte auf einer nicht sehr technischen Passage wieder runter, die Schneedecke versteckt die Schläge und die ausgetretenen Stellen im Trail (an dieser Stelle sind hier sonst Pferde unterwegs, die ihre Spuren hinterlassen und diesen Abschnitt im Trockenen auch immer wieder in ein überraschendes Stück transformieren) und man kann sich auch bei niedriger Geschwindigkeit weh tun, wenn man nicht aufpasst. Zwei, drei mal verlassen wir den Sattel Richtung Front, das Vorderrad stecken bleibt.


Michi findet einen Schilling und entscheidet sich für eine spontane Rast.

Zurück Richtung Ausgangspunkt gehts dann den Bach entlang und bissl runter, bissl rauf, normalerweise eine sehr schöne, flowige Passage, die durch Eisflächen unterm Schnee recht tückisch ist. Ich kann irgendwann auch nicht mehr einklippen, weil Schuhe und Pedale mit Schnee belegt sind, das macht die Fahrt nicht leichter. Der Grinser beim Ankommen bei der Forststraße ist trotzdem einzementiert, nominell waren wir nicht weit unterwegs (nicht mal 14 Kilometer, psssst), aber die Ausfahrt hat riesige Freude gemacht.


Alti demonstriert den “Dirtjumper Aero Tuck”, die Escape Velocity ist schon längst erreicht.

Auf dem Weg zur U-Bahn hänge ich dann zunächst wieder am Hintern vom Dirtjumper und bekomme seine Gischt ins Gesicht. Weil ich vorne noch das große Blatt habe, überhole ich den Schuft, nur um festzustellen, dass die Gischt von meinem eigenen Vorderrad kommt, oh well.

Was gibts zusammenfassend zu sagen? Radeln im Schnee: Unbedingt! Luft raus aus den Reifen, das hilft enorm in Sachen Bodenhaftung. Nicht zu warm anziehen und sicherheitshalber für den Rückweg eine zusätzliche Schicht einpacken, das Fahren im Schnee ist harte Arbeit und man schwitzt sonst schnell. Die Bremsen, vor allem Scheibenbremsen, werden zum Musikinstrument, daran muss man sich gewöhnen. Und eine Skibrille ist keine blöde Idee, sondern eigentlich sogar sehr praktisch.

Also: Get out there![:]

[:de]Wind – so fresh und schon ein Klassiker[:]

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Nummer fünf unserer feschen Trikots, last but not least, ist “Wind” von Ole Hofmann. In den folgenden Zeilen erzählt uns der bekannte Wiener Illustrator und Grafikdesigner, was es beim Radln mit dem Wind so auf sich hat – viel Spaß!

Trikoterie: Du hast Wind gestaltet, ein Trikot mit klaren Linien und spannenden Farbkombinationen. Was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?

Ole: Was Fahrradtrikots anbelangt, mag ichs einfach. Das Trikot muss zur klassischen schwarzen Hose passen. Die beiden Farben Blau und rot sind ein zeitlose, fast immer funktionierende Kombination, wahrscheinlich auch einfach meine Lieblingsfarbkombi. Der Wind ist beim Radfahren, am Rennrad, immer Thema. Er kühlt einen, er lässt einen verzweifeln. Im Windschatten freut man sich über seinen Vordermann. Daher gibts die kleinen Details am Trikot auch nur hinten. Wenn man gemeinsam unterwegs ist, sieht man seine KameradInnen selten von vorne.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?

Es war das erste mal, ja. Schwierig war natürlich die Gestaltung eines dreidimensionalen Objekts im zweidimensionalen Raum am Schirm… Wie das Ding dann auch am Körper wirkt und so… Aber prinzipiell hab ich mir das ganze ein bissl leichter gemacht, in dem ich vor allem mit Farbe und nicht so viel mit Form gearbeitet hab.

Was ist für dich Radfahren?

In erster Linie ist es für mich relativ unspannend – die effektivste Methode in der Stadt von A nach B zu kommen. Dann sind es Bewegung, Freiheit und natürlich auch ein bisschen der ganze Tamtam rund ums Radfahren. Als generell visuell interessierter Mensch achte ich auf Trikots, Rahmenfarben, Typografie auf Rädern. Und das eigene Tempo bestimmen – in der heutigen Zeit – hat dann irgendwie auch was Therapeutisches wenn man so will 😉

Wie bist du zum Radfahren gekommen?

Vor allem durchs Fahren in der Stadt. Dann ein bisschen Fixie. Und generell über das Interesse an Fahrradrennen, natürlich Tour de France, irgendwann selber zum Rennradfahren gekommen.

Dein schönstes Radfahrerlebnis?

Die ein, zwei Alleycats die ich mitgefahren bin, waren schon ziemlich coole Erlebnisse. Und das erste „Rennen“, der Gran Fondo im Frühling, war eigentlich erlebnistechnisch auch ein echter Hammer.

Was fährst du für Radln?

Ich fahr zwei 70er/80er Räder. Auch da gefällts mir klassisch. Ich bin kein Technik-Nerd. Mein Renner ist ein D’accordi Stahrahmen, der neu lackiert und aufgebaut wurde zum zeitgenössischen Rennrad. Mein Stadt- und Allrad ist ein Wilier Stahlrahmen, der recht gemütlich mit leicht britischen Flair zu fahren ist.

Du arbeitest mit deinem Studio Beton. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!

Wir machen bei Beton ziemlich gradaus Grafik Design. In erster Linie also Arbeit am Papier, Plakat- Magazin- und Buchgestaltung, und halt immer wieder ein bissl Web.

Was für Projekte stehen als nächstes an?
Was genau kommt möcht ich gar nicht sagen, weil das meiste zukünftige noch nicht spruchreif ist… aber vielleicht wirds ja wieder mal ein Fahrradtrikot 😉

Hey, danke für das Gespräch!
War mir ein Vergnügen, wir sehen uns auf der Insel!

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[:de]Elevate – Never-ending Höhenmeter[:]

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Nummer vier unserer feschen Trikots, die wir hier voller Stolz präsentieren dürfen, ist Elevate von Andrea Jost. In den folgenden Zeilen verrät sie uns, was es mit diesen inspirierenden Höhenlinien auf sich hat!

Trikoterie: Du hast Elevate gestaltet, ein Trikot das die wundersame Welt der Höhenlinien kreativ interpretiert. Was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?

Andrea: Ich bin aus der Obersteiermark, also in den Bergen aufgewachsen. Für mich gab es von Kindheit an nur gebirgiges Gelände, deshalb bin ich vor allem auf dem Mountainbike unterwegs gewesen.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?

Für mich war es das erste Mal und eine große Ehre ein Trikot für die Trikoterie entwerfen zu dürfen. Ich hatte einige Ideen und setzte viele um, aber schlussendlich wurde es mein allererster Entwurf.

Was ist für dich Radfahren?

Für mich beinhaltet Radfahren immer eine Rückversetzung in meine Kindheit. Vor allem aber ist es eine schnelle Möglichkeit in der Stadt voranzukommen und im Sommer eine erfrischende Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Wie bist du zum Radfahren gekommen?

Ich fahre schon seit meiner Kindheit mit dem Fahrrad, ob zur Schule oder um Freunde zu besuchen oder um zu meinen Lieblingsplätzen zu kommen, war es immer das einfachste für mich einfach auf mein Rad zu steigen und anzukommen.

Dein schönstes Radfahrerlebnis?

Puh, schwer zu sagen. Für mich ist Radfahren einfach generell mit positiven Emotionen verknüpft, da ein einzelnes Erlebnis herauszufiltern ist ziemlich schwierig. Ich genieße es eigentlich immer, also habe ich quasi jedes mal am Rad mein schönstes Radfahrerlebnis!

Was fährst du für Radln?

In Wien leider derzeit nicht mal eines, aber sobald der Frühling wieder da ist ganz bestimmt eines das meinem Trikot würdig ist 🙂

Du arbeitest als Junior Art Director für die Werbagentur Traktor. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!

Unsere Arbeiten findet man auf instagram.com/traktorwien oder auf www.traktorwien.at
Meine Persönlichen Arbeiten findet man auf meiner Website www.andreajost.com

Was für Projekte stehen als nächstes an?

Demnächst möchte ich mich wieder mehr auf private Projekte und arbeiten in der Druckgrafik konzentrieren. In der Agentur gibt es stetig neues – folgt uns einfach auf Instagram da bekommt man einen kleinen Einblick.

Hey, danke für das Gespräch!
Anytime!

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[:de]The Sweats – Ästhetik aus Schweiß[:]

[:de]

Nummer drei unserer feschen Trikots, die wir euch näher vostellen wollen, ist The Sweats von Zahra Shahabi – in unserem kleinen Interview verrät sie uns, warum Schweiß etwas schönes, gestalterisches ist.

(C) Philipp Forstner

Trikoterie: Du hast The Sweats gestaltet, ein einzigartiges Trikot, gezeichnet aus Schweiß, Mühe und Anstrengung. Was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?

Zahra: Das Trikot unternimmt den Versuch, eine synthetische Brücke zwischen visuellen und olfaktorischen Stimulationen zu schaffen. Die körpereigenen Flecken, die von Mühe und Anstrengung entstehen werden hier als Inspiration aufgenommen. Die rauschenden Gefühle nach eigenen Bestleisungen flimmern uns auch vor Augen. Schwitzen ist das natürlichste auf der Welt.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?

Jep, mein erstes Jersey. Schwierig war, sich für nur einen Entwurf zu entscheiden und es durchziehen.

Was ist für dich Radfahren?

Freiheit und Selbstständigkeit. Wenn ich Radfahre, dann muss ich mich auf niemanden verlassen.

Wie bist du zum Radfahren gekommen?

Mein Papa hat mir als ich noch ganz klein war Radfahren im Garten beigebracht.  Wir sind manchmal in Canterbury rumgefahren. Das waren die besten Erinnerungen für mich. Als Studentin in London bin ich dann richtig reingekippt. Zuerst bin ich oft mit den Öffis gefahren oder zu Fuss gegangen. Es war wirklich mühsam, mehrere Sachen an einem Tag zu planen, weil es immer so lang gebraucht hat, von A nach B zu kommen. Mein erstes Rennrad hat dann alles verändert. Plötzlich war ich schneller an meinem Ziel und habe noch dazu neue Orte und Wege entdeckt!

Dein schönstes Radfahrerlebnis?

Einmal bin ich unterwegs, von der Vornacht verkatert vom grössten Sommersturm überfallen worden. Der Regen hat mir so fest ins Gesicht gepeitscht, so dass ich das Gefühl hatte, zu ertrinken. Es fühlte sich an, als würde ich unter Wasser fahren.

Was fährst du für Radln?

Ein Moser Rennrad mit Stahlrahmen.

Du bist unter Z vom Kollektiv Molch bekannt. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!

Ich bin eine postdiziplinäre Designerin und Künstlerin im praktischen Bereich der kommerziellen und nichtkommerziellen, spekulativen Kommunikation. Manchmal bin ich im Freien und male mit Boicut eine Wand, wie gerade eben in der Theresianumgasse. Dann wiederum sitze ich vor dem Computer und arbeite gemeinsam mit meinem Kollegen Thomas Felder unter anderem an Weblösungen. Alleine mache ich auch viel Grafik Design im Fahrradbereich, zum Beispiel für Trikoterie oder Veletage.

Was für Projekte stehen als nächstes an?

Der offizielle Launch von Molch, danach gehts zur Art Basel in Miami.

Hey, danke für das Gespräch!
Gerne ihr Freaks!

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Stadtflucht – Harter Kontrast, schnelle Beine

Numero due unserer Trikots, die wir vorstellen möchten ist “Stadtflucht” by the master chief himself Philipp Altenberger. Selbst-Interview quasi, yeah!

Phil_Foto

Trikoterie: Du hast Stadtflucht gestaltet, ein fast schon klassisch-schlichtes Design, was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?

Phil: Schwarz und weiß sind ganz klar meine Lieblingsfarben, besonders im Zusammenspiel. Keine Kompromisse quasi. Als Inspiration für das konkrete Design hat dann die Donauplatte gedient, die Türme die aus der Ebene aufragen und so oft die letzten Anzeichen von Wien sind, wenn man über die Donauinsel Richtung Natur unterwegs ist am Rad. Diesen Gedanken, die Donauplatte hinter mir zu lassen und in die Freiheit einzutauchen, wollte ich im Design widerspiegeln.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?

Ja, es war mein “erstes Mal”. Ich habe unzählige Formen probiert und war knapp davor, sogar etwas buntes zu gestalten. Ich bin von immer verspielteren Experimenten dann aber am Ende wieder zu etwas ganz klassischem, straighten gekommen und war happy damit.

Was ist für dich Radfahren?

Der perfekte Weg, einen Tag zu beginnen. Das Gefühl des “Draußen seins” ist für mich unglaublich wichtig.

Wie bist du zum Radfahren gekommen?

Durch den Unmut, täglich mit dem Auto ins Büro zu fahren – befeuert duch meinen Hawi Jürgen Friesinger aka Boicut, mit dem ich unzählige Male gemeinsam ins Büro geraced bin. Er ist immer noch ein motivierter City Masher, während ich zunehmend die längeren Distanzen und das Höhenmeter sammeln für mich entdeckt hab.

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Dein schönstes Radfahrerlebnis?

In jüngster Vergangenheit die Bewältigung des Kitzbühler Horns, einem irrsinnigen Hund, vor allem ganz oben auf den letzten Metern nach dem Gipfelhaus. Insgesamt aber eine Ausfahrt retour von Upstate New York nach Brooklyn letzten Sommer, die so nie geplant war und von wunderschönen Straßen am Hudson River, Verfahrern im tiefsten Harlem und Pulled Pork Sandwiches als Energieriegeln geprägt war.

Was fährst du für Radln?

Eleanore, Franz, David und Yeti. Also Rennrad, Stadt-Single-Speed, Bahnrad und MTB. Ein Zeitfahrer fehlt noch! Und ein Vintage Rennrad. Oder doch ein Cyclocrosser?

Du bist unter Phil als Werbeagentur bekannt. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!

Ich bin seit Anfang 2016 selbständig als Werbeagentur und mache hauptsächlich Strategie und Creative Direction für verschiedenste Kunden vom Start-Up bis zum Großkonzern. Mein Fokus liegt dabei darauf eine fluide Full-Service Agentur zu sein, sprich ich stelle je nach Projekt das perfekte Team für meine Kunden zusammen. Trikoterie ist als nebenbei-Projekt gestartet, nimmt aber immer mehr von meiner Arbeitszeit ein. Das Herzensprojekt halt!

Was für Projekte stehen als nächstes an?

Ganz klar, die Vorbereitungen für die neue Kollektion 2017, und vorher noch unser X-Mas Special. Wird alles spannend, stay tuned!

Hey, danke für das Gespräch!
Ur gern. Ich red eh am liebsten mit mir selber!

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