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Lazer – Klassische Farben, moderne Linien

Wie versprochen wollen wir euch die einzelnen Trikots und die nicht weniger feschen Köpfe in einer Reihe von Blogeinträgen vorstellen. Den Anfang macht Max Schulmeister, der Gestalter des Trikots Lazer. There you go, Max!

max

Trikoterie: Du hast Lazer gestaltet, eine neue Interpretation des klassischen gelben Trikots, was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?
Max: Hauptsächlich das allseits gejagte gelbe Trikot und ein sehr bekanntes Foto vom besten der besten – Eddy Merckx, von dessen Radschmiede ich übrigens auch einen Flitzer mein Eigen nennen darf.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?
Das war das erste Mal und die Herausforderung war eigentlich eine klare Linie zu finden und sich nicht zu verlieren. Ich habe viel probiert und bin am Ende wieder beim Anfang gelandet.

What does cycling mean to you?
Freiheit.

Wie bist du zum Radfahren gekommen?
Durch meinen Dad, der noch viel verrückter ist als ich und mich auch heute noch in Grund und Boden fährt.

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Your best cycling experience?
Als Kind bin ich um den Neusiedlersee gefahren, irgendwie bleibt mir das immer in Erinnerung.

Was fährst du für Radln?
In der Stadt meine Gazelle Champion Mondial, fühlt sich an wie ein Teil von mir sobald ich mich drauf setze. Wenn ich mich dann doch mal wieder dazu entschließe “ernsthaft” radzufahren ist immer noch das alte Eddy Merckx von meinem Vater die erste Wahl.

Du bist als Grafiker und Web-Designer selbständig tätig. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!
Ich arbeite als Grafik-Designer mit den Schwerpunkten Screendesign und Typografie. Eigentlich mache ich alles gerne, außer illustrieren, das liegt mir gar nicht. Ab und zu entschließe ich mich auch kleinere Web-Projekte selbst zu programmieren. Am Ende des Tages bin ich aber froh, wenn ich runter in meine Werkstatt kann, um das nächste Vintage Bike hübsch herzurichten.

Was für Projekte stehen als nächstes an?
Hoffentlich, demnächst mal weniger… hab aufgehört zu versuchen es mir zu merken, das steht irgendwo in der Notes App.

Danke fürs Gespräch und dein fesches Design!
Easy, ich steh voll drauf. Ride tight!

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Alpe Adria, ohne Hypo, mit Fahrrad

Es gibt in Europa einige sehr schöne Fahrradtouren, die man sich schon mal anschauen sollte. Eine davon ist der Alpe Adria Radweg, von Salzburg bis hinunter ans Meer nach Grado. Weil wir für die ganze Strecke nicht genug Freizeit zur Verfügung haben, aber trotzdem dem Alltag ein wenig entkommen wollen, bevor uns der Winter einholt, beschließen wir, ein wenig zu Schummeln und weiter im Süden auf die Velos zu steigen.

Der ursprüngliche Plan heißt: In Wien in den Zug einsteigen, in Villach aussteigen und in 2 Hieben runter nach Grado radeln, danach wieder im Zug nach Hause. Ich persönlich reise sehr gern im Zug, man kann essen, trinken, schlafen, die Beine ausstrecken, und so weiter. Leider ist die Zugverbindung nach Villach bissl mager, wenn man das Fahrrad mitnehmen möchte, auch von Italien aus kommt man nur schwer wieder zurück. Es gibt zwar quasi stündlich Züge mit entsprechenden Transportkapazitäten, aber zwischen Tarvisio und Villach scheint es ein Wurmloch zu geben, das die Züge nur jeweils einmal ganz in der Früh oder am Abend ausspuckt, beides ist leider nicht optimal.

Also: Mit dem Auto nach Tarvisio, auf die Radln und dann von Grado über Monfalcone nach Tarvisio und dann mim Auto heim. Ok.

Sagenhafter Beginn


Tunnelblick und Ausblicke

Steigt man in Tarvisio in den Radweg ein, ist man mit der Welt im Reinen: Der Radweg führt im Kanaltal auf der ehemaligen Zugstrecke in den Norden Italiens entlang, wo auch der Kaiser nach Triest zu fahren pflegte. Die Ausblicke sind wunderschön, die Strecke in hervorragendem Zustand, man kann sogar das Fahren im Tunnel (eine eigene Disziplin) ausgiebigst üben. Und das Beste: Die ersten 40, 50 km hat man mein persönliches Lieblingshöhenprofil: Flach bis leicht bergab. Entsprechend vergehen die ersten Stunden wie im Flug, man kann es hier ordentlich krachen lassen.

Ab und zu wirds technisch, weil man eine Straße in einem Kanal unterqueren muss, einmal muss man absteigen (außer man kann Stufen per Bunny Hop nehmen…), insgesamt ist dieser Teil des Radwegs Sinnbild fürs perfekte Radlreisen. Es gibt genug zu Sehen, genug Einkehrmöglichkeiten, die zum Beispiel in den ehemaligen Bahnhofsgebäuden untergebracht sind. Man muss so gut wie nie mim Straßenverkehr streiten, tutto bene.

Bissl ausfransender Mittelteil


Der Radweg ist zu einem sehr großen Teil so richtig angenehm zu radeln.

In der Gegend um Venzone verlassen wir das Fahrradreisetraumland und befinden uns wieder in der Realität. Der Radweg ist hier schlicht noch nicht ausgebaut, man muss ein wenig öfter auf die Straße und auch genauer schauen, wo es denn überhaupt hingeht, es ist weiterhin landschaftlich sehr schön und wenn man nicht gerade das Pech hat, von einem Busfahrer mit extrem viel Heimweh in den Straßengraben geschubst zu werden, dann ist auch in diesem Abschnitt weiterhin alles ganz ausgezeichnet.

Venzone ist ein klassisches norditalienisches Städtchen mit Kirche und Altstadt und guten Cafes bzw. Trattorias und bietet sich als Ort für die erste ausgiebige Rast an. Pasta gibts hier schließlich in rauen Mengen und die Kraftwerke brauchen Energie für die Weiterfahrt.

Schließlich findet man sich nach einigen Kilometern auf einem getrennten Radweg wieder, der mit zwei Einschränkungen wieder fast traumhaft ist: Der Straßenbelag wird teilweise ein wenig räudig bis hin zu Schotter, der durchaus auch locker sein kann. Man weiß jetzt, wieso ab und an Mountainbikes zu sehen sind, auch mit dem Cyclocross, das ja für jede Art Tour das beste Fahrrad ist (außer vielleicht für die Tour d’Insel), muss man hier ein wenig auf der Hut sein, vor allem wenns schon dumpert. Außerdem sollte man nicht allzu oft auf die Karte schauen, der Umweg, denn man im Vergleich zur Straße fährt, ist teilweise schmerzhaft groß. Dafür kommt man unter anderem durch eine Lobau mit Alpen, quasi, das machts dann wieder sehr gut.

Kurz vor Buia machen wir dann Schluss für den ersten Tag, im Bed & Breakfast sind wir angeblich die letzten Radler der Saison (es geht um die Extreme, immer!), das Zimmer ist günstig, die Pizza schmeckt, das Frühstück ist am nächsten Tag genau das, was müde Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer brauchen, um nicht mehr müde zu sein, und über den Kaffee muss man in Italien sowieso keine Worte verlieren.

Udine und der Süden vom Norden


So kann man schon mal ankommen.

Von Buia dauerts noch ein wenig bis nach Udine, man schlängelt sich auf kleinen Nebenstraßen Richtung “Großstadt”. Was ziemlich fein ist: Der Radlweg führt direkt an der Heimat des ortsansessigen Fussballclubs Udinese Calcio vorbei, und es ist schon recht witzig, so ein großes Stadion mit dem Fahrrad zu erschließen. Was auch sehr fein ist: Der Radlweg führt auch mitten durch die sehenswerte Altstadt, die die perfekte Umgebung für einen ersten Espresso-Stop ist. Die Wegbeschaffenheit ist zwar teilweise weiterhin bissl abenteuerlich, inklusive kurzer, giftiger Anstiege gefolgt von kurzen, unbefriedigenden Abfahrten (eines meiner Lieblingsprofile), und Schotter ist auch weiterhin ein ständiger Begleiter, aber: Alles richtig gemacht, Italienische Radlwegbauer.

Nach Udine wirds dann allerdings für uns mit den Unwegen ein wenig zu viel des Guten. Wenn man eine Sightseeing-Tour machen möchte, bei der die Sights aus Feldern, Wiesen, Hügeln und Strommasten bestehen, dann ist das genau das Richtige, uns wars nach ein paar Fahrkilometern dann doch ein wenig zu blöd, denn es ist nicht sooo warm, dass man da jetzt die Umgebung genießen konnte und außerdem kam von oben Wasser. Wir beschließen, dem offiziellen Radweg fürs Erste Lebe wohl zu sagen und schmeißen uns auf die Straße, die nicht allzu schlimm befahren ist und auf der man wieder ordentlich Gas geben kann. Wir wollen schließlich ans Meer.

Bis Grado gibt es noch einige Einkehrmöglichkeiten und das ein oder andere Städtchen, das man sich je nach Motivation mehr oder weniger anschauen kann. In Palmanova ärgere ich mich beim Wiederbefahren des Radwegs, dass ich doch nicht mim BMX unterwegs bin. In Cervignano essen wir Pizza, und zwar unabsichtlich in einem Bordell. Aber die Pizza ist normal billig und auch die Getränke nicht teuer und es fragt niemand, also fragen wir auch nicht, und alles schmeckt köstlich und alles ist gut.

Die letzten Kilometer nach Grado sind dann wieder richtig Bombe: Man fährt über eine dünne Landzunge, Meer links, Meer rechts, eigener Radweg, sehr fein. Wer da nicht wehmütig wird oder gut drauf ist, naja, da kann man dann wirklich kaum noch etwas machen. Wir sind jedenfalls sehr happy, aus eigener Kraft aus den Alpen ans Meer geradelt zu sein, suchen uns eine Bleibe für die Nacht (Villa Marin, 2** Hotel, geführt von einer Familie, direkt am Meer, wärmste Empfehlung!!) und genießen die Fülle an leiblichen Genüssen, die die italienische Küche zu bieten hat.

Letzte Etappe, Ausradeln, und z’Haus


Das letzt Teilstück, inklusive Wahlwerbung. Auch andere Länder haben schlechte Plakate.

Am nächsten Tag steht noch die Fahrt nach Monfalcone an, ca. 30 Kilometer und flach, perfekt, um die angestrengten Glieder noch ein wenig auszuradeln. Wir frühstücken hervorragend, verabschieden uns von den netten Hoteliers und nehmen Fahrt auf. Die Sonne scheint, der Radweg ist perfekt und der Wind ballert uns ins Gesicht. Nicht besonders stark, nur so, dass ich als 110kg Mensch bergab treten muss, um nicht stehen zu bleiben. Das Ausradeln wird also doch ein wenig anstrengender, als erhofft, und der Bahnhof in Monfalcone ist auf den einzigen Hügel weit und breit gebaut. Fies.

Die Züge kosten relativ wenig (36€ für 2 Leute + 2 Fahrräder für 140km), wir sind in unter 2 Stunden wieder beim Auto, schließen die Tour mit Pizza und Espresso ab und sind quasi im Nu wieder in Wien.

Für einen Kurztrip ist der Alpe Adria Kanal wärmstens zu empfehlen und auch die längere Variante von Salzburg aus ist sicher großartig. Man kanns mit mehr Zeit auch mit der Familie radeln, oder wenn man ganz motiviert ist von Tarvisio nach Grado in einem Schwung runterbomben. Wirklich eine feine Tour!

Rad Race Vienna Rad Cross

Das Fahrrad ist ein unglaublich vielseitiges Gefährt: Gemütlich durch die Gegend ziehen, Berge erklimmen, neue Länder erschließen, oder so richtig Gas geben. Beim Cyclocross zum Beispiel gehts eher um Letzteres, Michi hats ausprobiert. Das ist ein kurzer Erfahrungsbericht vom Vienna Rad Cross, dem CX-Rennen mitten in der Wiener Fahrradschau. Die Wunden sind noch frisch. Der Grinser ist es auch.

Cyclocross, CX, was soll das?


In der Wechselzone darf man sich vom Stress nicht anstecken lassen, denkt sich der Michi

In Österreich ist Cyclocross leider noch nicht sehr bekannt, obwohl die Voraussetzungen für diese Art des Radelns eigentlich perfekt sind. Im Prinzip ist ein CX-Rad ein Rennrad mit breiteren Reifen, besseren Bremsen und etwas entspannterer Geometrie, der Sport wurde in Belgien erfunden, um sich über den Winter fit zu halten, und es geht darum, off-road in mehr oder weniger flachen Geländer Runden zu drehen. Aber nicht nur die Fitness profitiert von den meist kurzen, aber sehr hohen Belastungen, sondern auch die Fahrtechnik. Einerseits ist man viel im Gatsch unterwegs und muss da einiges an Balance und Feingefühl mitbringen, andererseits gehts auf typischen Cyclocross-Strecken Hindernisse wie Baumstämme oder ähnliches, über die man Bunny-Hoppen kann, aber es gibt auch oft die Situation, dass man mit dem Fahrrad auf den Schultern laufen muss. Ein Spaß. Wirklich 🙂

Rad Race erstmals in Wien


Und da fahr ma scho.

Bei der Wiener Fahrradschau gabs die erste Wiener Ausgabe des Rad Race und wie viele CX-Veranstaltungen zum Beispiel auch in den USA gehts hier nicht nur um fesches Radfahren, sondern auch um viel Spaß rundherum, Partystimmung ist angesagt. Michi ist mittlerweile in seiner dritten CX-Saison und dachte sich, es wäre Zeit, mal ein Rennen zu fahren. And what a race it was.


Und da lauf ma scho.

Die Strecke wurde teilweise indoor, teilweise outdoor angelegt und hatte alles drin, was man nur drin haben kann: Viele, viele, viele Kurven, teilweise über Matsch, Gatsch und sonstige Erdderivate, Steilkurven auf Holzplanken, BMX-Kicker, Laufhindernisse, Schnecken, Stufen, Baumstämme, Sand- und Schottergruben, ois. Wirklich ois. Wer dachte, dass man hier auf gemütlich durchcoasten kann, wurde bei den Trainingsrunden eines Besseren belehrt.


Wroom. Wroom.

In der Quali waren beim Herrenrennen ca. 70 Leute am Start, gefahren wurde im 2er-Team, man durfte also jeweils 1 Runde bomben und dann pausieren (manche sinds solo gefahren, aus Michis Sicht eine übermenschliche Leistung). Ein weiterer Charme von CX-Rennen ist der Positionskampf, der mitunter auch mit Körpereinsatz geführt wird, die sehr enge Strecke forcierte diesen Faktor nochmal deutlich.

Michi ist jetzt keine Ausgeburt an Ambition und Kondition und gings entsprechend gemütlich an, im Training musste das Fahrrad schon leiden und auch in der Quali überlebte die Technik nicht ganz zwei Runden. Zum Glück ist Martin von Starbike halbwegs in der selben Größendimension verortet, so konnte man das Rennen einfach auf einem Rad fortsetzen. Der Kurs erwies sich für als suboptimales Gelände, um eine DI2-Schaltung für sich zu entdecken, jeder festere Griff an den Lenker führte zu einem unabsichtlichen Schaltvorgang, aber der Spaßfaktor war enorm.

Die Quali beendete man auf dem 31. Rang (hey, nicht letzter!), auf das Rennen wurde verzichtet, die Erfahrung war schon so großartig genug, einige Stürze sorgten für Schmerzen und Bierdurst und manchmal soll man tatsächlich aufhören, wenns am schönsten ist.


Bisschen Bier macht bisschen Aua wieder gut

Wenn du Gusto auf CX-Erfahrung hast, dann meld dich bei Starbike, jeden Samstag gibts Ausfahrten in den Prater und die Lobau und auch einen kleinen, feinen Cup wird es geben.

Trikoterie @ Wiener Fahrradschau

Die Trikoterie ist bei der ersten Ausgabe der Fahrradschau in Wien dabei und wir freuen uns schon sehr drauf.

Unsere persönlichen Highlights

Das Programm ist üppig und es gibt ziemlich viel Großartiges zu sehen. Wir persönlich freuen uns drauf, mit Fix Dich einen Stand zu teilen und die folgenden Sachen zu sehen.

Radkult Party

Gleich am Eröffnungstag, Party und Fahrrad, da muss man nicht viel sagen, oder 🙂

IntegRADsion

Eine enorm wichtige Initiative, “die sich das Ziel gesetzt hat Mobilität und Interaktionen zu fördern indem geflüchteten und bedürftigen Menschen Fahrräder zur Verfügung gestellt werden.” Ist in OpenMarx auch ohne Fahrradschau am Werk.

Rad Cross

Michi gibt sich den Rad Cross, das Cyclocross-Rennen gegen Rassismus und Ausgrenzung. Und tut sich dabei hoffentlich nicht fürchterlich weh.

Diverse Workshops

Echt, nehmts euch die Zeit. Das Programm ist prall gefüllt mit interessanten Workshops, Vorträgen und mehr.

Wir freuen uns auf euch!

Das Red Hook Crit Milano in fesch

Wenn man sich ein wenig fürs Radeln interessiert, hat man sicher schon mal vom Red Hook Crit gehört. Die diesjährige Ausgabe in Mailand war besonders fesch.

Red Hook Wos?

Na gut, erklären wir es kurz: Das Red Hook Crit ist eine Rennserie, die ihren Ursprung in Brooklyn / NY hat. Gefahren wird auf Fixies, verdammt schnell, verdammt kompromisslos und in einmaliger Atmosphäre.




Fotos von Silvia Galliani

Bei der diesjährigen Ausgabe waren 2 Jungs in Trikoterie-Montur unterwegs und haben sich ziemlich wacker geschlagen, “auch wenn die Quali nicht optimal verlaufen ist. Einmal haben wir eine rote Flagge kassiert, einmal ist uns ein *** nicht aus dem Weg gegangen. Nächstes Jahr dann.”

Wir sagen: Fesch, fesch!

Die Styles. Die Designs. Die Schöpfungen.

Wir nützen das herbstliche Wetter. Statt Radfahren ist Bloggen angesagt. Nach und nach präsentieren wir in den kommenden Tagen und Wochen die fünf Trikot-Designs im Detail. Wir wollen euch getreu dem Leitspruch von Trikoterie “…gestaltet von Wiener Illustratoren und Künstlerinnen…” die Menschen, die hinter den Designs stehen, ein bisschen näher vorstellen.

Kleine Interviews zu den Themen Inspiration, kreativem Prozess und dem Radfahren an sich stehen am Programm – weil wir als Trikoterie finden ja dass es viel zu oft untergeht, wer eigentlich hinter dem Design von Sportbekleidung steht. Also die Menschen. Was hat sich die Designerin eigentlich dabei gedacht? Warum blau und nicht gelb? Und wie ist der Zugang des Grafikers zum Radfahren an sich?

All diese Fragen wollen wir in den nächsten Blogeinträgen beantworten – damit sich die Trikoterie-Trikots noch mehr nach kleinen Kunstwerken anfühlen 🙂

Istrien – Eine Radlreise wert

Die Ausgangslage

1 Woche Rovinj mit der Familie. Sonne, Strand, Spritzgetränke. Eine Anhängerkupplung am Auto. Ein passender Fahrradträger. Das sind die Zutaten für eine ziemlich gute Zeit und was zusammmengehört wird zusammengeführt. Für alle Familienmitglieder das passende Fahrrad (2x CX für die ganz Großen, 1x MTB für die bald Große und Woom bzw. Kindersitz für den noch nicht Großen), und los gehts.

Viel Für

Rovinj und Istrien sind ein Traum. Die Städte sind reich an historischen und hübschen Sehenswürdigkeiten, die Touristentumulte halten sich zumeist in Grenzen (bis auf Rovinj, in der Altstadt türmen sich die Leute), das Essen und das allgemeinen Lebensgefühl sind sehr ansprechend (wenn man das Mediterrane mag) und landschaftlich gibts hier einiges zu sehen. Der Limski Kanal ist ein waschechter Fjord, die Hügel und Berge ein Blickfang, vor allem, weil sich auf manchen von ihnen kleine, alte Bergdörfer verstecken und wie eine Zuckerkrone über den Tälern trohnen. Ach ja: Das Meer gibts hier auch und es ist großartig: Klar, wellig, begleitet von einer leichten Brise, das hebt die Laune und den Entspannungsfaktor.

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Der Limski Kanal. Ziemlich traumhaft.

Istrien auf zwei Rädern


Ziemliche fesche Ausblicke erwarten dich in Istrien, zum Beispiel das Dörflein Motovun

Dem Vernehmen nach ist Istrien in den letzten Jahren zu so etwas wie einem Radlhotspot geworden, auch die Strava-Zeiten deuten darauf hin, und man kann verstehen, warum. Die Distanz zwischen den Orten ist genau richtig, um sich regelmäßig mit verdammt guten und günstigen Kaffee und frischem Obst zu versorgen, die Straßen sind kurvig und abwechslungsreich und das wellige Höhenprofil sorgt dafür, dass die Beine ständig vor neuen Herausforderungen stehen.

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Die gute, alte Morgenstund zahlt sich hier aus, das Licht ist ziemlich fesch.

Das ideale Terrain fürs Time-Trial-Training ist es hier allerdings nicht: Einerseits hat der Wind durchaus einiges an Kraft (aber es soll ja Leute geben, die Gegenwind lieben), und auch die Qualität des Straßenbelags ist nicht immer rennradtauglich, phasenweise wird man schon ordentlich durchgeschüttelt. Den Berufsverkehr in der Früh zwischen 7:30 und 9:30 Uhr und am Nachmittag sollte man auf den größeren Straßen eher meiden, ebenso wie die Mittagshitze, die Sonne zeigt hier täglich und gerne, was sie kann.


Nicht die schlechtesten Plätze für eine Verschnaufpause

Wenn man sich die kleineren Wege sucht und zu Mittag ein Päuschen einlegt, wird man mit fantastischen Ausblicken belohnt. Die Meeresluft sorgt für den zusätzlichen Schub Vergnügen und zu Mittag oder am Abend bietet es sich an, zur Stärkung in einer der unzähligen Konobas einzukehren, das sind direkt an der Straße hingebaute Lokale mit lokaler Küche, frisch, günstig und gut. Wenn man auf Fleisch und Fisch vom Grill oder auf Salate ateht: Das ist dein Eldorado.

Ein Wort der Warnung: Oft sind Radwege angeschrieben, in verschiedenen Härtestufen, die grünen sind mit einem Rennradsymbol gekennzeichnet, dem sollte man aber nicht glauben: Meiner Erfahrung nach führen fast alle dieser Wege zumindest über Schotterwege, mit dem Crosser kein Problem und sogar sehr lustig, mim Rennrad sollte man aber eher auf der Straße bleiben, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Wenige Wider und Abschließendes


Gutes Essen gilt hier definitiv nicht als überbewertet. Hier die ausgezeichnete Konoba Grabina

Die Radln mitzunehmen war eine hervorragende Idee. Als Gold wert hat sich die (Schotter)Promenade am Meer entlang erwiesen, mit dem Crosser und Fahrradtaschen kommt man so schnell und gemütlich von einem Badespot zum Nächsten. Auch fürs sportliche Radeln bietet Istrien alles, was die Waden begehren, hier kann man richtig fesch Radfahren. Dringende Empfehlung, egal in der Hochsaison oder davor und danach.

Routen und Pflichtpunkte

  • Rovinj bis Poreč über Gradina, Vrsar und Funtana: Limski Kanal runter und rauf (Anstieg á la bonheur, vor allem in der Hitze nicht unterschätzen), dann links abbiegen und ab auf die Spanferkelstraße (ja). Retour nach Belieben, einige Höhenmeter, überall Versorgungsstopps (Kobina Grabina!!), viele Ausblickspunkte und überschaubarer Verkehr; ca. 40 km
  • Rovinj – Bale – Vodnajn – Pula und retour entlang der Küste (ev. querfeldein): In Vodnajn einen Zwischenstopp einlegen (wegen dem Olivenöl warats), Pula ist groß und busy, aber auch sehenswert, kann man auch off-road mit dem Crosser genießen; Ca. 80 km
  • Novigrad – Grožnjan – Motovun – Schleiferl (je nachdem, wo man wohnt): Ordentliches Gebirgsschleiferln mit atemberaubenden Anblicken und gscheit viel Höhenmetern, in Grožnjan gibts das beste Pausenkaffee wo gibt; ca. 80 km (hin- und retour)

Wie jetzt, fesch?

Fahrrad-Trikots sind pure Funktionskleidung. Form follows function. Drei Taschen am Rücken für das notwendige Kleinzeug auf der Radtour: 1. Tasche Smartphone, 2. Tasche Schlauch und Werkzeug, 3. Tasche Müsliriegel und das Energie-Gel für den Notfall. Ein durchgehender Reißverschluss zum leichten An- und Ausziehen. Bisschen was reflektierendes, falls es mal später wird. Und vielleicht noch ein kleines Extra-Fach für Geld und Schlüssel. Fertig. Wie das ganze aussieht, ist ja Nebensache, ich musss es beim Fahren ja selbst nicht anschauen.

So dachte ich die ersten Jahre am Rennrad. Aussehen – nebensächlich. Fahrende Litfaß-Säule, here we go. Aber irgendwann, wenn man doch einen ästhetischen Anspruch hat, geht das nicht mehr ganz so gut. Mit den ersten erklommenen Gipfeln kommen die ersten Gedanken über den eigenen Style am Rad. Man will ja nicht ausschauen wie alle anderen. Und die Suche beginnt. Wirds einfärbig dunkel, mit kontrast-farbenen Socken? Oder doch was verrückteres? Alles nicht so befriedigend, viel zu oft gesehen. Zwar auch fesch, aber nicht das was mir so wirklich taugt.

Was bedeutet also für uns “fesch”? Der Duden sagt dazu: “hübsch, flott, sportlich aussehend” – und das trifft es auf den Punkt. Trikoterie will anders, einzigartig und sportlich sein – aber ohne die klare Linie, die klassische Eleganz des Rennrades aus den Augen zu verlieren. So sind fünf Trikot-Designs entstanden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber doch einen verbindenden Aspekt haben: die vom Radsport inspirierte Linienführung, das “Altbekannte” neu und frisch gedacht. Das ist für uns “fesch” – sei mutig, aber respektiere den Sport und seine Wurzeln, ohne sie allzu ernst zu nehmen.

Wir machen kein Retro, wir lassen uns inspirieren und denken weiter – vom Trikot über die Flasche bis zum Kapperl ist jedes Teil für sich einzigartig, bleibt aber erkennbar ein Teil der Trikoterie-Familie. Genießt es!

In the News today…

Der Anfang ist gemacht. Website gelaunched, Store eingerichtet, Opening gefeiert. Und die Freude ist groß: die Resonanz ist gut, sehr gut sogar. Scheint, als wären wir nicht die einzigen, die auf fesche Trikots stehen! Heute großer Besuch vom Kurier im Pop-Up Shop – der erste Pressetermin, das erste Interview!

Ein nettes Plauscherl mit Uwe Mauch, der für den Kurier über Themen am und ums Rad schreibt und die großartige “Tour de Kurier” ins Leben gerufen hat. Spannend, die Entstehungsgeschichte zu erzählen, die Hintergründe, die Ideen und Visionen für die Zukunft von Trikoterie im Jahr 2016 und hopefully beyond. Woher kommt der Drive, nebenbei ein Projekt wie dieses aus der Taufe zu heben? Und hat Trikoterie das Zeug dazu, was Größeres zu werden? Wie es Uwe so schön formuliert, “Philipp Altenberger wird sein Baby groß ziehen” – und das mit vollem Einsatz!

Das Interview, gleich heute online erschienen, ist wunderbar geworden – aber lest selbst: http://kurier.at/meinung/blogs/lebensnah/trikoterie-radtrikots-wider-die-peinlichkeit/213.323.697

Ungewohnt, im Rampenlicht zu stehen, aber stolz auf das bisher Erreichte bin ich allemal. Und unter uns – die Lernkurve war und ist gigantisch. Jahrelange Erfahrung in der Kommunikationsbranche hin oder her, wenns um das eigene Herzblut-Projekt geht, gelten andere Spielregeln. Aber es hat sich selten so gut angefühlt, Layouts zum X-ten mal zu ändern, stundenlang Produzenten zu recherchieren und Texte feinzuschleifen bis wirklich jedes Wort sitzt. Und genau das zählt.

Choose your colour!

Der Anfang ist gemacht, die Entscheidung getroffen – Trikoterie wird was. Trikoterie soll aber nicht nur ein Online-Shop werden, sondern auch eine Plattform für diejenigen, die ihre Designs in Trikots verewigen. Für die Saison 2016 wurden 5 DesignerInnen ausgewählt, die allesamt einen näheren oder weiteren Konnex zum Thema Radfahren haben – auch aus dem Grund, die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema zum Ausdruck zu Bringen. Schließlich erleben wir alle Radfahren unterschiedlich – sei es auf die gemütliche Cruising-Variante, das Stadtgeflitze von A nach B oder die beinharte Jagd nach den Strava-KOMs.

So ergeben sich 5 unterschiedliche Farben- und Formensprachen, die ihre eigene Geschichte erzählen. Die Inspiration zum jeweiligen Design wollen wir euch nicht vorenthalten, bei allen Trikots lassen wir die Illustratorin oder den Künstler zu Wort kommen. Vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber wir wollen Trikoterie auch als eine Art Galerie verstehen – und auch dort fragt man sich manchmal: “Was hat sich die wohl bei dem Bild gedacht? Warum hat er diesen Stil gewählt, warum die Linie dort gesetzt?” Das wollen wir dadurch ein wenig beantworten. Mit einem Trikot verbindet man ja oft auch ein Erlebnis, warum soll das Design nicht auch seine eigene Geschichte haben…

Trikoterie soll auch ein offenes Projekt bleiben, wir sind immer auf der Suche nach frischen Ideen, Inputs und Vorschlägen für Kollaborationen – die Trikot-Kollektion soll wachsen und gedeihen! Feel free to get in touch, wir freuen uns!