[:de]Malle ist nur einmal im Jahr![:]

[:de]Es ist also wieder soweit. Mallorca ruft. Was für nicht rad-affine Leute nach Saufen, Saufen und Saufen klingt, ist für die Rennradler-Fraktion eine der Traumdestinationen Europas. Weil: dramatische Straßen, ideales Wetter in der Off-Season und perfekte Infrastruktur.

2016 gab es einen ersten Versuch eines Trainigslagers auf Mallorca. Damals noch als Randerscheinung eines Sauf-Urlaubs (ja, auch Team Trinkoterie ist fleißig) konnten wir eine erste Vorahnung dessen erschnuppern, was Malle abseits von Schinkenstraße und Magaluf zu bieten hat. Damals musste eine Sa Calobra-Runde und ein Ausflug nach Cap Formentor reichen, aber es war klar, dass man hier nochmal herkommen wird. Mit weniger Sangria und mehr Höhenmetern. Das Hotel in Port Pollenca war auf Anhieb ein Glückstreffer, Lage ideal, Rad-Verleih direkt in der Anlage mit feinem Canyon-Gerät. Darauf konnte man aufbauen.

2017 also dann der erste echte Trainingsausflug. Zeitlich gesehen für Hitzköpfe wie mich  besser gewählt, Anfang Oktober mit rund 25 Grad entspricht mir definitiv mehr als Ende Mai mit gefühltem Backofen rundum. Wieder in Port Pollenca eingecheckt, Räder ausgefasst und 4 Tage Trainingsregime: Aufstehen, Frühstück, Radfahren, ein schnelles Bier, Abendessen, ein paar langsame Bier, Schlafen. Rinse & repeat.

Die Trikoterie-Familie on the road

 
Tag 1: Zum Aufwärmen gleich mal Sa Calobra. The one and only. Zurecht eine der “10 Roads you have to ride as a cyclist”-Strecken, ohne wenn und aber. 9,4km, durchschnittlich 7,4% Steigung, eine Stichstraße vom Berg runter in eine Bucht, zuerst abfahren, dann alles wieder retour. Beginnend mit der berühmten 270°-Krawattenknopf-Kurve windet sich die Straße den Berg hinab, mit anfangs steilen Serpentinen, die sich immer mehr im Wald verlieren, bis sich am Fuße der Straße der Blick zur Bucht öffnet. Und dann das ganze retour wieder hinauf.

Sa Calobra – immer wieder ein Genuss

 
Ein Traum – wäre da nicht der Verkehr. Kolonnen von Bussen schieben sich träge bergab und bergauf, und wehe es begegnen sich zwei Busse in einer engen Kurve, dann heißts ganz schnell Stillstand. Kleiner Wermutstropfen, tut dem eindrucksvollen Erlebnis aber keinen Abbruch.

Tag 2: die Königsetappe. Nach dem Eingrooven wartet am zweiten Tag die Königsetappe unseres Ausflugs, gleich drei Gipfel werden einkassiert: Orient, Soller, Puig Major. Während Nummer eins und zwei den mittelmäßig Berg-erfahreren Wiener Flachland-Fahrer noch nicht erschaudern lassen, kann es Nummer drei gleich so richtig. 6,2% durchschnittliche Steigung wären per se ja nicht das Problem, aber das Ganze auf 14km ist halt dann doch nicht nix, vor allem wenn man schon zwei Bergaln in den Beinen hat. Die Psyche ist vor allem gefragt, man zwingt sich nicht ständig auf den Garmin zu starren und die verbleibenden Kilometer fassungslos zu zählen.

Col de Soller zum Aufwärmen

 
Aber nachdem man den Tunnel am höchsten Punkt der Straße durchfahren hat, weiß man warum man sich das antut – traumhaftes Panorama, traumhafte Straßen rund um den Stausee Gorg Blau und allgmeine Erleichterung, die einen fast vergessen lässt, dass man hier nahe militärischem Sperrgebiet unterwegs ist.

Tag 3: Reverse it. Nachdem wir die Tankstelle am Col de Sa Batalla (7,9km, durchschnittlich 5%) schon wie gefühlt hunderte andere RadfahrerInnen auch als Snack-Station liebgewonnen hatten, beschlossen wir sie noch einmal von der anderen Seite her anzufahren. Den Col de Femenia erreichen wir über schöne Nebenstraßen von Pollenca, erfreulich wenig Verkehr und eine Gruppe sich gegenseitig anfeurnder Engländer am Rad machen die doch auch 7,7km mit knapp 6% Steigung zum Vergnügen. Nach einem kurzen Abstecher zum Kloster in Lluc gehts über ein paar Wellen auch schon wieder retour – obwohl die Beine schon müde sind, legen wir noch einen kleinen Umweg durch die Sumpflandschaft hinter Alcudia ein.

Tag 4: Einmal mit Aussicht, bitte. Der Klassiker steht am Programm: Cap Formentor. Auch beim zweiten Mal fahren kriegt man den Mund kaum zu vor Staunen über die Schönheit der Küstenstraße. Gleich nach Port Pollenca geht es mit dem kleinen Anstieg zum Col de la Creueta (3,7km, 5%) bergauf, der erste tolle Blicke aufs Meer offenbart. Spätestens nach dem kurzen Flachstück im Landesinneren bekommt man den Mund aber nicht mehr zu: mal links, mal rechts öffnen sich dramatische Blicke auf schroffe Felsküsten und ein unglaublich blaues Meer. Einmal Augen zu und durch den kurzen Tunnel, dann durch die anstehenden Auto-Kolonnen gekämpft und schon ist man am Leuchtturm von Formentor angekommen.

What a view!

 
Retour genießen wir die Aussicht nochmal, nehmen durch den Tunnel nochmal allen Mut zusammen und gönnen uns abschließend ein Club Sandwich bei Tolo’s in Port Pollenca – wo Räder und Jerseys von Team Sky uns daran erinnern, dass wir doch eher zu den langsamen Gästen dieser Rennrad-verrückten Insel gehören.

“Mallorcas perfect roads”. So stands am Cover vom Cycling Magazine, das in einem der vielen Rad-Cafés auflag, in denen wir uns unterwegs mit Kuchen und Cortado versorgt haben – und das triffts auf den Punkt. Die Straßen auf Mallorca sind einfach perfekt. Aussicht, Belag, respektvolle andere Verkehrsteilnehmer, immer freundlich grüßende MitradlerInnen – nicht einmal der Gedanke daran, dass daheim der grantige Herbst und somit das endgültige Ende der kurz/kurz-Saison wartet, vermag die Stimmung zu trüben. Wie heißts beim großen Lyriker Johnny Däpp? “Alles egal, ich will Malle zurück” – wir sehen uns 2018!

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[:de]The Sweats – Ästhetik aus Schweiß[:]

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Nummer drei unserer feschen Trikots, die wir euch näher vostellen wollen, ist The Sweats von Zahra Shahabi – in unserem kleinen Interview verrät sie uns, warum Schweiß etwas schönes, gestalterisches ist.

(C) Philipp Forstner

Trikoterie: Du hast The Sweats gestaltet, ein einzigartiges Trikot, gezeichnet aus Schweiß, Mühe und Anstrengung. Was war für dich die Inspiration für dieses Jersey?

Zahra: Das Trikot unternimmt den Versuch, eine synthetische Brücke zwischen visuellen und olfaktorischen Stimulationen zu schaffen. Die körpereigenen Flecken, die von Mühe und Anstrengung entstehen werden hier als Inspiration aufgenommen. Die rauschenden Gefühle nach eigenen Bestleisungen flimmern uns auch vor Augen. Schwitzen ist das natürlichste auf der Welt.

Gabs Herausforderungen bei der Gestaltung, war das das erste Mal, dass du ein Trikot gestaltet hast?

Jep, mein erstes Jersey. Schwierig war, sich für nur einen Entwurf zu entscheiden und es durchziehen.

What does cycling mean to you?

Freiheit und Selbstständigkeit. Wenn ich Radfahre, dann muss ich mich auf niemanden verlassen.

Wie bist du zum Radfahren gekommen?

Mein Papa hat mir als ich noch ganz klein war Radfahren im Garten beigebracht.  Wir sind manchmal in Canterbury rumgefahren. Das waren die besten Erinnerungen für mich. Als Studentin in London bin ich dann richtig reingekippt. Zuerst bin ich oft mit den Öffis gefahren oder zu Fuss gegangen. Es war wirklich mühsam, mehrere Sachen an einem Tag zu planen, weil es immer so lang gebraucht hat, von A nach B zu kommen. Mein erstes Rennrad hat dann alles verändert. Plötzlich war ich schneller an meinem Ziel und habe noch dazu neue Orte und Wege entdeckt!

Your best cycling experience?

Einmal bin ich unterwegs, von der Vornacht verkatert vom grössten Sommersturm überfallen worden. Der Regen hat mir so fest ins Gesicht gepeitscht, so dass ich das Gefühl hatte, zu ertrinken. Es fühlte sich an, als würde ich unter Wasser fahren.

Was fährst du für Radln?

Ein Moser Rennrad mit Stahlrahmen.

Du bist unter Z vom Kollektiv Molch bekannt. Stell mal deine sonstige Arbeit vor!

Ich bin eine postdiziplinäre Designerin und Künstlerin im praktischen Bereich der kommerziellen und nichtkommerziellen, spekulativen Kommunikation. Manchmal bin ich im Freien und male mit Boicut eine Wand, wie gerade eben in der Theresianumgasse. Dann wiederum sitze ich vor dem Computer und arbeite gemeinsam mit meinem Kollegen Thomas Felder unter anderem an Weblösungen. Alleine mache ich auch viel Grafik Design im Fahrradbereich, zum Beispiel für Trikoterie oder Veletage.

Was für Projekte stehen als nächstes an?

Der offizielle Launch von Molch, danach gehts zur Art Basel in Miami.

Hey, danke für das Gespräch!
Gerne ihr Freaks!

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In the News today…

Der Anfang ist gemacht. Website gelaunched, Store eingerichtet, Opening gefeiert. Und die Freude ist groß: die Resonanz ist gut, sehr gut sogar. Scheint, als wären wir nicht die einzigen, die auf fesche Trikots stehen! Heute großer Besuch vom Kurier im Pop-Up Shop – der erste Pressetermin, das erste Interview!

Ein nettes Plauscherl mit Uwe Mauch, der für den Kurier über Themen am und ums Rad schreibt und die großartige “Tour de Kurier” ins Leben gerufen hat. Spannend, die Entstehungsgeschichte zu erzählen, die Hintergründe, die Ideen und Visionen für die Zukunft von Trikoterie im Jahr 2016 und hopefully beyond. Woher kommt der Drive, nebenbei ein Projekt wie dieses aus der Taufe zu heben? Und hat Trikoterie das Zeug dazu, was Größeres zu werden? Wie es Uwe so schön formuliert, “Philipp Altenberger wird sein Baby groß ziehen” – und das mit vollem Einsatz!

Das Interview, gleich heute online erschienen, ist wunderbar geworden – aber lest selbst: http://kurier.at/meinung/blogs/lebensnah/trikoterie-radtrikots-wider-die-peinlichkeit/213.323.697

Ungewohnt, im Rampenlicht zu stehen, aber stolz auf das bisher Erreichte bin ich allemal. Und unter uns – die Lernkurve war und ist gigantisch. Jahrelange Erfahrung in der Kommunikationsbranche hin oder her, wenns um das eigene Herzblut-Projekt geht, gelten andere Spielregeln. Aber es hat sich selten so gut angefühlt, Layouts zum X-ten mal zu ändern, stundenlang Produzenten zu recherchieren und Texte feinzuschleifen bis wirklich jedes Wort sitzt. Und genau das zählt.

Choose your colour!

Der Anfang ist gemacht, die Entscheidung getroffen – Trikoterie wird was. Trikoterie soll aber nicht nur ein Online-Shop werden, sondern auch eine Plattform für diejenigen, die ihre Designs in Trikots verewigen. Für die Saison 2016 wurden 5 DesignerInnen ausgewählt, die allesamt einen näheren oder weiteren Konnex zum Thema Radfahren haben – auch aus dem Grund, die unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema zum Ausdruck zu Bringen. Schließlich erleben wir alle Radfahren unterschiedlich – sei es auf die gemütliche Cruising-Variante, das Stadtgeflitze von A nach B oder die beinharte Jagd nach den Strava-KOMs.

So ergeben sich 5 unterschiedliche Farben- und Formensprachen, die ihre eigene Geschichte erzählen. Die Inspiration zum jeweiligen Design wollen wir euch nicht vorenthalten, bei allen Trikots lassen wir die Illustratorin oder den Künstler zu Wort kommen. Vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, aber wir wollen Trikoterie auch als eine Art Galerie verstehen – und auch dort fragt man sich manchmal: “Was hat sich die wohl bei dem Bild gedacht? Warum hat er diesen Stil gewählt, warum die Linie dort gesetzt?” Das wollen wir dadurch ein wenig beantworten. Mit einem Trikot verbindet man ja oft auch ein Erlebnis, warum soll das Design nicht auch seine eigene Geschichte haben…

Trikoterie soll auch ein offenes Projekt bleiben, wir sind immer auf der Suche nach frischen Ideen, Inputs und Vorschlägen für Kollaborationen – die Trikot-Kollektion soll wachsen und gedeihen! Feel free to get in touch, wir freuen uns!

 

Der Anfang vom Ende…

…der Fahrradtrikots, die einem selber peinlich sind. Kennt man doch. Man fängt mit dem Radfahren an, besorgt sich ein erstes Rennrad – eh schon viel zu teuer – und kommt dann drauf, dass es mit dem Rad alleine noch lange nicht getan ist. Schuhe, Pedale, Helm, Hose, Base Layer, Armlinge, Beinlinge, Regenjacke, hunderte Energieriegel und Gels, Schläuche, Werkzeug, endlos. Und dann die Trikots. Na klar, kann man online hübsche bestellen – aber die bezahlt man dann auch entsprechend. Und beim Sportgeschäft ums Eck ist die Auswahl meistens nicht gerade das, was man unter “stylish” versteht. Aber man kauft es dann halt trotzdem. So gings uns auch.

Aber irgendwie auch ärgerlich – gibt es keine schicken, irgendwie besonderen Trikots in guter Qualität zu kaufen? Nicht so wirklich. Aus einer Laune heraus entstand dann die Idee, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Selbst aus dem Kommunikations- und Design-Bereich kommend war es naheliegend, Trikoterie nicht nur als “selber machen” anzulegen, sondern genauso befreundeten Künstlerinnen, Illustratoren, Designerinnen, Gestaltern die Möglichkeit zu geben, sich zu verwirklichen und Trikots zu gestalten.

So sind 5 Designs entstanden, die alle auf ihre Art einzigartig sind, Persönlichkeit haben und nur heuer erhältlich sein werden. Ist Trikoterie erfolgreich, wollen wir die Marke weiterführen und nächste Saison mit neuen, frischen Designs wieder durchstarten – aber das liegt ganz in euren Händen bzw. euren Wadeln. Trikoterie soll eine Plattform für Design werden, nur eben nicht am Papier, sondern am Trikot.