Istrien – Eine Radlreise wert

Die Ausgangslage

1 Woche Rovinj mit der Familie. Sonne, Strand, Spritzgetränke. Eine Anhängerkupplung am Auto. Ein passender Fahrradträger. Das sind die Zutaten für eine ziemlich gute Zeit und was zusammmengehört wird zusammengeführt. Für alle Familienmitglieder das passende Fahrrad (2x CX für die ganz Großen, 1x MTB für die bald Große und Woom bzw. Kindersitz für den noch nicht Großen), und los gehts.

Viel Für

Rovinj und Istrien sind ein Traum. Die Städte sind reich an historischen und hübschen Sehenswürdigkeiten, die Touristentumulte halten sich zumeist in Grenzen (bis auf Rovinj, in der Altstadt türmen sich die Leute), das Essen und das allgemeinen Lebensgefühl sind sehr ansprechend (wenn man das Mediterrane mag) und landschaftlich gibts hier einiges zu sehen. Der Limski Kanal ist ein waschechter Fjord, die Hügel und Berge ein Blickfang, vor allem, weil sich auf manchen von ihnen kleine, alte Bergdörfer verstecken und wie eine Zuckerkrone über den Tälern trohnen. Ach ja: Das Meer gibts hier auch und es ist großartig: Klar, wellig, begleitet von einer leichten Brise, das hebt die Laune und den Entspannungsfaktor.

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Der Limski Kanal. Ziemlich traumhaft.

Istrien auf zwei Rädern


Ziemliche fesche Ausblicke erwarten dich in Istrien, zum Beispiel das Dörflein Motovun

Dem Vernehmen nach ist Istrien in den letzten Jahren zu so etwas wie einem Radlhotspot geworden, auch die Strava-Zeiten deuten darauf hin, und man kann verstehen, warum. Die Distanz zwischen den Orten ist genau richtig, um sich regelmäßig mit verdammt guten und günstigen Kaffee und frischem Obst zu versorgen, die Straßen sind kurvig und abwechslungsreich und das wellige Höhenprofil sorgt dafür, dass die Beine ständig vor neuen Herausforderungen stehen.

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Die gute, alte Morgenstund zahlt sich hier aus, das Licht ist ziemlich fesch.

Das ideale Terrain fürs Time-Trial-Training ist es hier allerdings nicht: Einerseits hat der Wind durchaus einiges an Kraft (aber es soll ja Leute geben, die Gegenwind lieben), und auch die Qualität des Straßenbelags ist nicht immer rennradtauglich, phasenweise wird man schon ordentlich durchgeschüttelt. Den Berufsverkehr in der Früh zwischen 7:30 und 9:30 Uhr und am Nachmittag sollte man auf den größeren Straßen eher meiden, ebenso wie die Mittagshitze, die Sonne zeigt hier täglich und gerne, was sie kann.


Nicht die schlechtesten Plätze für eine Verschnaufpause

Wenn man sich die kleineren Wege sucht und zu Mittag ein Päuschen einlegt, wird man mit fantastischen Ausblicken belohnt. Die Meeresluft sorgt für den zusätzlichen Schub Vergnügen und zu Mittag oder am Abend bietet es sich an, zur Stärkung in einer der unzähligen Konobas einzukehren, das sind direkt an der Straße hingebaute Lokale mit lokaler Küche, frisch, günstig und gut. Wenn man auf Fleisch und Fisch vom Grill oder auf Salate ateht: Das ist dein Eldorado.

Ein Wort der Warnung: Oft sind Radwege angeschrieben, in verschiedenen Härtestufen, die grünen sind mit einem Rennradsymbol gekennzeichnet, dem sollte man aber nicht glauben: Meiner Erfahrung nach führen fast alle dieser Wege zumindest über Schotterwege, mit dem Crosser kein Problem und sogar sehr lustig, mim Rennrad sollte man aber eher auf der Straße bleiben, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Wenige Wider und Abschließendes


Gutes Essen gilt hier definitiv nicht als überbewertet. Hier die ausgezeichnete Konoba Grabina

Die Radln mitzunehmen war eine hervorragende Idee. Als Gold wert hat sich die (Schotter)Promenade am Meer entlang erwiesen, mit dem Crosser und Fahrradtaschen kommt man so schnell und gemütlich von einem Badespot zum Nächsten. Auch fürs sportliche Radeln bietet Istrien alles, was die Waden begehren, hier kann man richtig fesch Radfahren. Dringende Empfehlung, egal in der Hochsaison oder davor und danach.

Routen und Pflichtpunkte

  • Rovinj bis Poreč über Gradina, Vrsar und Funtana: Limski Kanal runter und rauf (Anstieg á la bonheur, vor allem in der Hitze nicht unterschätzen), dann links abbiegen und ab auf die Spanferkelstraße (ja). Retour nach Belieben, einige Höhenmeter, überall Versorgungsstopps (Kobina Grabina!!), viele Ausblickspunkte und überschaubarer Verkehr; ca. 40 km
  • Rovinj – Bale – Vodnajn – Pula und retour entlang der Küste (ev. querfeldein): In Vodnajn einen Zwischenstopp einlegen (wegen dem Olivenöl warats), Pula ist groß und busy, aber auch sehenswert, kann man auch off-road mit dem Crosser genießen; Ca. 80 km
  • Novigrad – Grožnjan – Motovun – Schleiferl (je nachdem, wo man wohnt): Ordentliches Gebirgsschleiferln mit atemberaubenden Anblicken und gscheit viel Höhenmetern, in Grožnjan gibts das beste Pausenkaffee wo gibt; ca. 80 km (hin- und retour)

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