The Slovakia Experiment 2017 – Reverse

Experimente kann man wiederholen, auch wenn sie schon beim ersten Mal gelingen. Das Slovakia Experiment 2017 ist meine zweite Teilnahme an diesem (Nicht)Rennen (Leute treffen sich und fahren zufällig die selbe Strecke entlang…), das ist ein kurzer Bericht.


Der Fahrradhaufen bei der Anreise.

Während es bisher meistens von Wien nach Bratislava ging, also bergab in Richtung gutem und günstigen Bier, wurde die Strecke dieses Mal umgedreht. Wegen der Abwechslung warats.

Normalerweise werde ich beim Wort bergauf nervös, aber es sind ja nur ca. 10 Höhenmeter über die ganze Strecke verteilt und im Gegensatz zu letztem Jahr, wo die Beinchen bei Hof bei der biestigen, kurzen Rampe schon ziemlich ausgelaugt waren, kommt die Auffahrt diesmal relativ früh.

Am Sonntag in der Früh gehts mit dem Zug gen Osten, das Partyvolk hat bereits die Nacht in Partyslava verbracht, was man 2, 3 TeilnehmerInnen ein wenig ansieht.


Die Streckenbeschreibung. Klingt doch gut.

Treffpunkt ist im Stadtzentrum in Slowatch, ein hervorragend sortiertes, kleines Geschäft mit feschen Anziehsachen. Es gibt ein echtes Frühstück, man kann sich unter anderem auch mit Jameson versorgen (gegen die Kälte) und die Mehlspeisen liefern Energie für die Fahrt.


Teile des Startfelds. Gleich gehts los.

Nach der Registrierung und kurzen Willkommensworten von Gernot vom Citybiker gehts dann endlich los. Frühstück und plaudern sind nett, aber wir sind ja wegen dem Radeln da und kühl ists auch.

Die Fixiefahrer setzen von Anfang an eine solide Pace, manche habens eilig. Schnell ist das Feld der geschätzt 80 Radelnden mehrere Hundert Meter lang und ich verliere meine Frau. Ups.

Beim ersten Checkpoint bei einer Burg nördlich von Bratislava ist das Feld schon ordentlich zerpflückt. Wieder vereint radeln wir zu zweit den Radweg entlang, während die Vorderleute auf der Straße bleiben. Unser Weg ist zwar kürzer, aber jede Wurzel lässt uns froh sein, dass wir diesmal mit Crossern unterwegs sind. Die paar Kilometer bis zur Chuck-Norris-Brücke (ja, wirklich) sind kein Hochgenuss. So mancher hat einen technischen Defekt und schnell wird klar, dass die ganz Schnellen einige Zeit Vorsprung haben werden. Egal.


Achtung! Bergwertung!

Über der Grenze gehts dann bei wirklich feinem Wetter und prächtigstem Rückenwind über Hof hinein in den Marchfeldkanal. Der richtig lustige Abschnitt der Ausfahrt beginnt. In der Beschreibung des Slovakia Experiments steht, dass man mit einem Fixie- oder Singlespeed durchkommt (das stimmt), auf Facebook kommen dann aber schon die Tipps, dass man in Sachen Reifen vielleicht nicht unbedingt auf die Asphaltschneider setzen sollte, wenn man denn kann. Auf den ersten Metern vom Marchfeldkanal wird klar, warum.


Zwischendurch gibts auch Asphalt.

Die Wochen vorher war es gut kalt, der Boden entsprechend durchgefroren. Jetzt blinzelt die Sonne drauf und auch die Durchschnittstemperaturen steigen, das verwandelt Teile des Kanals in eine ordentliche Gatschpartie. Das muss man mögen (ich zum Beispiel mag es sehr, bin aber auch mit Challenge Strada Biance in Größe 36 unterwegs), wie es manch andere mit ihren Slicks schaffen ist mir ein Rätsel. Es kommt leider auch zu Stürzen, an manchen Stellen sind die Lichtverhältnisse so eigenartig, dass man nicht genau erkennt, ob man auf Gatsch, Matsch, Eis oder Schnee unterwegs ist, erst der Kontakt des Vorderrads mit dem jeweiligen Untergrund verschafft Klarheit und in manchen Fall sorgt dieser Kontakt für eine genauere Erkundung des Bodens. Aus der Nähe nämlich.


Spoiler: Man wurde bissl gatschig.

Aber es geht dahin, die Freue ist groß, die Fahrt entlang des Marchfeldkanals im Gegensatz zum elendig faden Hubertusdamm ein großes Vergnügen, weil man ziemlich direkt in der Natur unterwegs ist. Einzig in Sachen Ausblick spielts jetzt nicht die großen Stückeln, das Marchfeld ist halt flach und man hat keine Gelegenheit, die Ebene von Oben zu erfassen.


Napoleon gibt Kraft fürs letzte Stück.

Auf dem letzten Teilstück des Marchfeldkanals zünde ich als Napoleon einen Jameson und im Anschluss den Turbo, verliere ein zweites Mal meine Frau und habe deswegen beim letzten Checkpoint auf der guten, alten gelben Brücke Zeit, um über die Ausfahrt zu reflektieren. Und stelle fest: Das hat richtig, richtig viel Spaß gemacht.


Letzter Checkpoint. Man kennt sie, die gelbe Brücke.

Dass im WerkzeugH, dem Zielpunkt des Rennens, Suppe, Bier und Gesellschaft passen, ist dann das Tüpfelchen auf dem I. Danke fürs Organisieren, wir sehen uns nächstes Jahr wieder!


Ex Aequo als 8. Team im Ziel. Geht scho.

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